REWE setzt auf eigene Apps bei Treuepunkten und hybridem Einkaufen

Lea RühleB2B Content Writer
April 15, 2023, 1:28 nachm. GMT+0

Nach monatelangen Spekulationen und Gerüchten wurde es Ende Januar offiziell: REWE trennt sich von Payback. Die Supermarktkette bestätigte, dass die Partnerschaft mit dem Bonus- und Rabattprogramm Payback Ende 2024 auslaufen wird. REWE wird stattdessen ab diesem Zeitpunkt ein eigenes Bonusprogramm anbieten.

Die Zusammenarbeit zwischen Payback und REWE (Nahkauf) besteht seit fast 10 Jahren, seit März 2014 gehörte REWE zum Payback-System. Doch mit seiner Entscheidung sich von Payback zu trennen, steht REWE nicht allein da: In den letzten Jahren haben sich einige namhafte Unternehmen, darunter die Baumarktkette Obi, die Autovermietung Europcar, Denn´s Biomarkt sowie der Online-Marktplatz real.de und die Restaurantkette Nordsee, von Payback getrennt.

Ab 2025 plant REWE dann die Einführung eines eigenen Bonussystems, somit könnte das Unternehmen die Daten seiner Kunden selbst sammeln und hätte in Zukunft auch ungehinderten Zugriff auf diese.

Trotz der bevorstehenden Trennung hat sich die Zusammenarbeit mit Payback für REWE gelohnt, denn Payback-Punkte lockten viele Kunden in die Filialen. Ein Blick auf den Markenmonitor YouGov BrandIndex zeigt, dass im Beobachtungszeitraum ab 2018 immer mehr Kunden, die wahrscheinlich ein Treueprogramm nutzen würden, REWE für ihren nächsten Kauf in Erwägung ziehen. Tatsächlich konnte REWE unter dieser Verbrauchergruppe einen Anstieg von mehr als 20 Prozentpunkten in der Marken-Metrik Consideration verzeichnen. Die Consideration ist eine von 16 im BrandIndex tagesaktuell gemessenen Marken-Metriken, die angibt, inwiefern Verbraucher eine Marke für den nächsten Kauf in Betracht ziehen.

REWE-Treueprogramm hat Erfolgsaussichten

Eine aktuelle YouGov-Umfrage hat ergeben, dass sich der Schritt, ein eigenes Treueprogramm aufzubauen, für REWE lohnen könnte: Die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland (74 Prozent) kann sich vorstellen, ein Supermarkt-eigenes Bonusprogramm zu nutzen. Knapp jeder sechste Befragte (17 Prozent) würde diese Art von Rabattprogramm wahrscheinlich nicht nutzen.

Generell kommen Bonus- und Rabattprogramme bei den Verbrauchern hierzulande gut an: 58 Prozent der deutschen Verbraucher geben an, dass sie Treueprogramme wahrscheinlich nutzen würden, und mehr als die Hälfte (56 Prozent) nutzt besagte Systeme, um von Rabatten und Angeboten zu profitieren. Die Mehrheit (66 Prozent) ist der Meinung, dass Treueprogramme eine gute Möglichkeit für Marken und Unternehmen sind, ihre Kunden zu belohnen.

Auch die GenZ könnte REWE mit seinem neuen In-house Bonusprogramm ab 2025 begeistern. Während die Altersgruppe der 18-bis-24-Jährigen allgemeine Bonusprogramme generell weniger nutzt (38 vs. 58 Prozent in der Gesamtbevölkerung), scheint sich dieser Trend bei Supermarkt-Bonusprogrammen umzukehren: Insgesamt 66 Prozent der 18-bis-24-Jährigen sind grundsätzlich offen dafür, ein Supermarkt-eigenes Bonusprogramm zu nutzen.

Pioniere bei hybridem Einkauf

Neben dem Schritt zum hauseigenen Bonusprogramm betreibt REWE auch im Bereich “Hybrides Einkaufen” Pionierarbeit. Das Unternehmen bietet mit der App „Pick & Go“ inzwischen seinen Kunden in Köln und Berlin in ausgewählten Märkten die Möglichkeit, ohne Kassenzahlung und Schlangestehen einzukaufen. Mithilfe von moderner Kamera- und Computertechniken wird REWE hiermit zum Pionier in Deutschland. Dies dürfte bei technikbegeisterten Verbrauchern gut ankommen. Einen Indikator für das Potenzial kann der Blick in die Zielgruppe jener liefern, die sich für Technik und Computer interessieren. 34 Prozent dieser Zielgruppe zieht REWE für ihren nächsten Einkauf in Betracht, im Gegensatz zu 31 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Mehr als die Hälfte jener Verbraucher, die schon einmal eine App genutzt haben, um im Geschäft etwas zu kaufen (52 Prozent), zieht REWE für ihren nächsten Einkauf in Betracht (vs. 45 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Unter den Befragten der GenZ (18 bis 24 Jahre) kann sich die Supermarktkette damit ebenfalls gut positionieren: 12 Prozent 18-bis 24-Jährigen, die REWE für ihren nächsten Kauf in Betracht ziehen, haben schon einmal eine App genutzt, um etwas im Geschäft zu kaufen, während dies nur bei 5 Prozent der Gesamtbevölkerung der Fall ist.

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