Welche Generation profitiert von politischen Entscheidungen?

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Viele Millenials sind der Meinung, dass die Politik sich vor allem um Ältere kümmert. Die sehen es hingegen genau umgekehrt.

Nicht erst mit der „Brexit“-Entscheidung ist eines deutlich geworden: Ein Riss geht durch die europäischen Gesellschaften. Und zwar nicht zuletzt ein Riss zwischen den Generationen. In Großbritannien waren es vor allem die Älteren, die für die nötigen „Leave“-Stimmen sorgten, während die Mehrheit der Jungen lieber Teil EU bleiben würde. Doch wie ist das in einer rein parlamentarischen Demokratie, in der es wie in Deutschland zumindest auf Bundesebene keine Volksentscheide gibt?

Fragt man die Jungen, wird auch hierzulande vor allem Politik für ältere Menschen gemacht. Letztere sehen es wenig überraschend etwas anders. Das ist das Ergebnis einer YouGov-Umfrage, die vor dem Brexit-Referendum durchgeführt wurde. Demnach sagen 30 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass von der Politik in Deutschland vor allem ältere Menschen profitieren. 17 Prozent sind der Meinung, dass eher jüngere Menschen profitieren, 27 Prozent sagen, beide Gruppen profitierten gleichermaßen.

Bei den Über-60-Jährigen – jenen Menschen also, die angeblich profitieren – sieht das Stimmungsbild fast genau umgekehrt aus. Dort sagen 22 Prozent, dass von der Politik in Deutschland vor allem die jüngeren Menschen profitieren, 11 Prozent sind der gegenteiligen Meinung.

Das Durchschnittsalter der Bundestagsabgeordneten lag übrigens zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode bei knapp, heute also bei etwa 52 Jahren – und damit immerhin etwas niedriger, als die meisten Deutschen glauben. Denn im Durchschnitt schätzten die Befragten den Altersschnitt auf 55 Jahre – nur jeder Sechste (17 Prozent) gab einen Wert unter 50 Jahren an.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1035 Personen im Zeitraum vom 10. bis 14. Juni 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Michael Sohn/AP/Press Association Images

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