Viele glauben an Spiel-Manipulationen – im Tennis wie im Fußball

Viele glauben an Spiel-Manipulationen – im Tennis wie im Fußball
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Die meisten Deutschen, die die Manipulations-Vorwürfe im Spitzentennis verfolgen, glauben, dass diese stimmen – es aber in anderen Sportarten nicht besser aussieht.

Eine gemeinsame Recherche von Journalisten der BBC und von Buzzfeed erschüttert die Tennis-Welt. Die Journalisten wollen starke Indizien gefunden haben, die dafür sprechen, dass zahlreiche Spiele – auch von Spielern, die relativ weit oben in der Weltrangliste stehen oder standen – manipuliert wurden. Diese Spieler sollen in Spielen, in die sie als Favorit gegangen waren, in denen aber große Geldsummen gegen sie gesetzt wurden, überraschend verloren und dafür Geld kassiert haben.

Viele Menschen auch in Deutschland haben von den Vorwürfen gehört – und glauben, dass etwas an ihnen dran ist. Allerdings halten die meisten auch andere Sportarten nicht für „sauber“. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach hatten Ende der vergangenen Woche, als die Umfrage durchgeführt wurde, immerhin schon zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) etwas von den Vorwürfen gehört, 43 Prozent hatten die Berichterstattung in unterschiedlichem Maße verfolgt. Und von diesen 43 Prozent halten es wiederum 86 Prozent – also eine deutliche Mehrheit für wahrscheinlich, dass es im Profitennis zu weitreichenden Spielmanipulationen gekommen ist.

Allerdings: Ähnliches gilt auch für andere Sportarten wie Boxen und Fußball. Bei letzterem halten es mit 82 Prozent fast genauso viele für wahrscheinlich, dass es Manipulationen in großem Maßstab gibt. Kein Wunder, gab es auch nach dem Bundesliga-Skandal 1971 immer wieder Fälle, in denen Spieler und Schiedsrichter bestochen wurden oder werden sollten.

Und auch im Boxen – wo ähnlich wie im Tennis durch die Eins-gegen-Eins-Situation Manipulationen als besonders einfach gelten, weil eben nur ein Kontrahent bestochen werden muss – halten Viele (84 Prozent) solche Manipulationen für wahrscheinlich.

Als sauberer gilt hingegen zum Beispiel Handball. Nur 53 Prozent derer, die die Berichterstattung über die Tennis-Manipulationen verfolgt haben, glauben, dass es so etwas auch dort gibt.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1166 Personen im Zeitraum vom 19. bis 22. Januar 2016 repräsentativ befragt.498 davon gaben an, die Berichterstattung zu den Vorwürfen verfolgt zu haben.

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