Jeder Vierte kann sich vorstellen, ein autonom fahrendes Auto zu kaufen

Jeder Vierte kann sich vorstellen, ein autonom fahrendes Auto zu kaufen

Ein neues Gesetz ebnet den Weg für autonome Autos auf deutschen Straßen. Wie die Bevölkerung gegenüber der Technik eingestellt ist, zeigt eine YouGov-Studie.

Geht es nach der Bundesregierung, dürfen auf deutschen Straßen bald selbstfahrende Autos unterwegs sein. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag verabschiedet, jetzt geht es in den Bundesrat. Haben die Volksvertreter im Sinne des Volkes entschieden? Die YouGov-Studie „Automobile Services und Consumer Insights“ legt unter anderem offen, wie Deutsche gegenüber autonomen Autos eingestellt sind. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) sagt, dass autonome Fahrzeuge ihnen Angst machen.

Nun sind autonome Autos nicht gleich autonome Autos. Es wird beispielsweise zwischen Level 3, Level 4 und Level 5, hoch-automatisiertem, voll automatisiertem und autonomem Fahren unterschieden, also grob gesagt danach, wie stark ein Mensch noch eingreifen muss oder kann. Diese Nuancen dürften vielen Befragten nicht bewusst sein, denn 58 Prozent geben an, sich noch nicht mit dem Thema befasst zu haben. 23 Prozent der Befragten stehen dem entgegen und sagen, das Thema „autonomes Fahren“ beschäftige sie sehr.

Autonome Taxis für viele vorstellbar

Auch wenn das neue Gesetz nun den Weg dafür ebnet, dass (teil-)autonome Fahrzeuge außerhalb von Testgeländen und Pilotprojekten unterwegs sein können, sind Fachleute unterschiedlicher Ansicht, wann und in welcher Form selbstfahrende Autos wirklich Alltag werden. Ob in fünf oder erst in zehn Jahren, und ob zuerst in Taxen in der Stadt oder bei Lastwagen auf der Autobahn ist offen. Laut früheren Prognosen hätten autonome Autos eigentlich schon längst verbreitet sein sollen. Dementsprechend zeigen sich die Befragten der Studie zwiegespalten. 43 Prozent können sich vorstellen, dass irgendwann alle Fahrzeuge autonom sind, während für ebenfalls 43 Prozent ein vollkommen autonomer Straßenverkehr unvorstellbar ist.

Trotz des ungewissen Zeitrahmens steht ein guter Teil der Deutschen der eigenen Nutzung von autonomen Autos positiv gegenüber. In ein autonomes Taxi würden 36 Prozent einsteigen, für 28 Prozent kämen Sharing-Angebote mit autonomen Autos infrage. 27 Prozent können sich sogar vorstellen, selbst ein autonomes Auto zu kaufen oder zu leasen.

Kaufinteressenten wollen digitale Zusatzdienste

Diese Gruppe der potenziellen Käufer autonomer Autos können wir mit unserem Tool zu Zielgruppenanalyse, YouGov Profiles, näher betrachten. Es sind überwiegend junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren. Dies ist gleichzeitig die Altersgruppe, die am ehesten glaubt, dass autonome Autos den Straßenverkehr sicherer machen und Unfälle reduzieren können. Die meisten Kaufinteressenten, 61 Prozent, sind männlich.

Bei der Wahl einer Automarke ist für die Deutschen das Preis-Leistungs-Verhältnis am wichtigsten, gefolgt von Qualität/Lebensdauer sowie Folge- und Wartungskosten. Wer sich für den Kauf eines autonomen Autos interessiert, achtet beim Autokauf stärker als andere Verbraucher auf Innovationskraft und Reputation der Marke und die Verfügbarkeit von exklusiven, limitierten Modellen. Schon heute sind für diese Zielgruppe digitale Mobilitätsdienste, etwa Connected-Car-Funktionen, besonders wichtig. Menschen in dieser Gruppe sind häufiger als andere Verbraucher auch explizit bereit dazu, für zusätzliche Komponenten in der Fahrzeugkommunikation zu zahlen – etwa die Bedienung von bestimmten Funktionen per Smartphone-App oder Tracking des Autos bei Diebstahl oder Notfällen. Darüber hinaus können sie sich eher vorstellen, ein Auto online zu kaufen.

Die Analyse „Automobile Services und Consumer Insights“ kann kostenfrei unter der Angabe von Kontaktdaten heruntergeladen werden.

So erschienen auf WirtschaftsWoche Online. 

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