Imperial College London/YouGov: Studie zur Bevölkerungsreaktion auf COVID-19 in 13 Ländern

Imperial College London/YouGov: Studie zur Bevölkerungsreaktion auf COVID-19 in 13 Ländern

Die Studie umfasst selbstisolierendes Verhalten und weitere Maßnahmen, die Menschen auf der ganzen Welt ergreifen, um sich selbst und andere zu schützen

Die Ergebnisse einer neuen internationalen Studie mit mehr als 14.000 Umfrageteilnehmern in 13 Ländern, die von YouGov in Zusammenarbeit mit dem Institute of Global Health Innovation (IGHI) des Imperial College London durchgeführt wurde, zeigen, wie gut die weltweite Bevölkerung die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 aufgreift.
Eine zweite Forschungswelle dieser Studie wird die Länder-Liste auf 29 erweitern. Das IGHI hat ein öffentlich verfügbares Dashboard erstellt, das die Daten visualisiert: coviddatahub.com

Die anonymisierten Daten der Befragten aus allen 29 Ländern werden allen öffentlichen und akademischen Gesundheitseinrichtungen weltweit frei zur Verfügung gestellt, um den Kampf gegen COVID-19 zu unterstützen. Die Daten können hier via Github heruntergeladen werden. Weitere Details zur Kooperation finden Sie hier.

Selbstisolation

Selbstisolation ist eine der Schlüsselmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Die Briten sind am ehesten bereit, sich freiwillig selbst zu isolieren: 92 Prozent geben an, dies zu tun, wenn sie sich krank fühlen oder trockenen Husten, Fieber, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Atemnot oder Atembeschwerden haben.

Grafik Selbstisolation

Die Spanier sind mit 88 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von den Schweden mit 87 Prozent.
Während eine große Mehrheit in den meisten Ländern bereit ist, sich freiwillig zu isolieren, sind Indien und China bemerkenswerte Ausnahmen. In Indien ist nur etwa die Hälfte (53 Prozent) dazu bereit, in China sind es nur 24 Prozent.

Symptomatisches Verhalten

Befragt wurden zudem potenziell Infizierte, also jene, die in den letzten sieben Tagen unter trockenem Husten, Atemnot oder Atembeschwerden, Fieber oder Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns litten, inwieweit sie sich selbst isoliert haben. Potenziell infizierte Italiener gaben mit 66 Prozent am ​​häufigsten an, sich „jederzeit“ selbst isoliert zu haben. Von den potenziell infizierten Befragten in Spanien jedoch sagen nur 47 Prozent, dass sie sich „jederzeit“ in Selbstisolation begeben hätten.

Grafik Bereitschaft Selbstisolation

Singapurer und Deutsche, bei denen potenzielle Symptome aufgetreten waren, gaben mit nur 30 Prozent am seltensten an, in Selbstisolation zu gehen.

Das Haus verlassen

Die Umfrage zeigt, dass Spanier (63 Prozent) und Italiener (61 Prozent) am wahrscheinlichsten zu Hause bleibe: Sie gaben an, das Haus am Vortag kein einziges Mal verlassen zu haben. Darüber hinaus hatten weitere 26 Prozent der Spanier und 30 Prozent der Italiener ihre Räumlichkeiten nur einmal am Vortag verlassen. Dies bedeutet also, dass 9 von 10 Italienern als auch Spaniern ihr Haus maximal einmal verlassen haben. Jeder Zehnte im jeweiligen Land hat dagegen zwei Mal oder häufiger das Haus verlassen.

Grafik das Haus verlassen

Singapurer haben sich am häufigsten nach draußen gewagt. Nur 21 Prozent gaben an, das Haus am Vortag nicht verlassen zu haben.

Händewaschen

Eine der wirksamsten Abwehrmechanismen gegen COVID-19 ist eine gründliche Handhygiene. Italiener und Schweden waschen sich am häufigsten die Hände: Sie geben an, dies durchschnittlich 14 Mal am Tag zu tun. In Großbritannien liegt diese Zahl bei 12, während die Chinesen diejenigen sind, die sich am seltensten die Hände waschen: sechsmal täglich.

Grafik Händewaschen

Schutzmaßnahmen

In der Umfrage wurden die Teilnehmer auch gefragt, wie oft sie eine Reihe von Schutzmaßnahmen in ihr Verhalten integrieren. Wir haben uns für die folgende Tabelle auf vier konzentriert: Das Vermeiden von überfüllten Bereichen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Anfassen von Gegenständen in der Öffentlichkeit sowie das Vermeiden von Supermärkten. Italiener und Spanier erzielen bei jeder der vier Verhaltensweisen Höchstergebnisse, während die Schweden und Singapurer sich bei allen vier Maßnahmen im unteren Bereich bewegen. Briten geben am zweithäufigsten an, dass sie immer oder häufig Menschenmassen aus dem Weg gehen (96 Prozent) und öffentliche Verkehrsmittel meiden (92 Prozent). Die Ergebnisse der Briten sind jedoch niedriger, wenn es darum geht, Objekte in öffentlichen Bereichen nicht zu berühren (81 Prozent) oder Geschäfte zu meiden (72 Prozent).

Grafik Schutzmaßnahmen

Die Befragungen wurden zwischen dem 01. und 07. April 2020 durchgeführt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die jeweiligen Bevölkerungen ab 18 Jahren.

YouGov bietet eine sich laufend aktualisierende Übersichtsseite mit Umfrage-Ergebnissen und Daten rund um das Coronavirus an. Die Seite kann hier eingesehen werden: https://yougov.de/coronavirus_ergebnisse_update

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