Extrovertiert und neurotisch – so sehen die Deutschen Donald Trump

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Studie: Donald Trump aus Sicht der Deutschen

Köln, 27.03.2017. Nicht erst seit seiner Inauguration als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika im Januar dieses Jahres sorgt Donald Trump für heftige Diskussionen auf dem politischen Parkett. Auch außerhalb der politischen Zirkel werden die Person Trump und dessen Politik-Stil kritisch wahrgenommen. So schätzen die Deutschen Donald Trump als deutlich extrovertiert, neurotisch und wenig verträglich, wenig gewissenhaft und eher durchschnittlich offen gegenüber neuen Erfahrungen ein. Vergleicht man die Persönlichkeitsbewertungen Trumps mit jenen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz, zeigt sich ein diametral verschiedenes Bild. So werden Schulz und Merkel im Vergleich mit Trump eine höhere Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit, einhergehend mit geringerem Neurotizismus zugeschrieben. Auch beim Thema wahrgenommene Extraversion landen Schulz und Merkel hinter Trump. In etwa gleichauf werden alle drei Politiker beim Thema Offenheit bewertet, wobei Schulz hier leicht vor den beiden anderen liegt. Grundlage dieser Analyse ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung von 1.035 Personen ab 18 Jahren des internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Rahmen der Studie „Donald Trump aus Sicht der Deutschen“. Die Befragten konnten dabei die Persönlichkeit Donald Trumps anhand von 20 Persönlichkeitsfaktoren auf Basis des psychologischen „Big-5-Modells“ bewerten. Anschließend wurden die Bewertungen auf die fünf Dimensionen Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Offenheit aggregiert. Die Befragung fand zwischen dem 20.02. und 23.02.2017 statt.

Einzelbewertungen der Persönlichkeitsfaktoren zeichnen ein negatives Bild

Betrachtet man die Bewertungen der Persönlichkeitsfaktoren dabei im Detail, werden Trump am häufigsten die Eigenschaften „streitsüchtig“ (77 Prozent), „leicht aus der Ruhe zu bringen“ (57 Prozent), und „unorganisiert“ (53 Prozent) zugeschrieben. Mitgefühl oder Zuverlässigkeit attestieren ihm hingegen lediglich 2 Prozent beziehungsweise 5 Prozent der Befragten. Angela Merkel werden am häufigsten die Eigenschaften Selbstdisziplin und Ruhe, jeweils 55 Prozent, sowie Besonnenheit (46 Prozent) attestiert. Martin Schulz punktet unter anderem bei den Merkmalen Begeisterungsfähigkeit (32 Prozent), Offenheit (36 Prozent) und Zuverlässigkeit (24 Prozent).

AfD-Anhänger uneins über die Bewertung von Trumps Amtshandlungen

Auch steht die deutsche Bevölkerung den Amtshandlungen des US-Präsidenten wenig wohlwollend gegenüber. Zwar hält sich der Anteil jener, die von den bisherigen Entscheidungen negativ überrascht waren und jener, die sagen ihre Erwartungen seien erfüllt worden, in etwa die Waage (38 Prozent zu 35 Prozent). Doch nur 8 Prozent der Deutschen zeigen sich von den politischen Entscheidungen Trumps positiv überrascht. Das Bild der mehrheitlich negativen Bewertung der Politik Trumps zeigt sich auch bei Aufschlüsslung der Ergebnisse nach Parteineigung. So lehnen die Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien die politischen Entscheidungen Trumps mehrheitlich ab. Uneinig zeigen sich hier hingegen die Anhänger der AfD. Jeweils 28 Prozent von ihnen sind sowohl positiv wie auch negativ von den Amtshandlungen überrascht und für 30 Prozent haben sich die Erwartungen erfüllt. Unabhängig der Parteineigung geht nur eine Minderheit der Deutschen (10 Prozent) davon aus, dass sich der Regierungsstil Trumps künftig dem Stil vorheriger Präsidenten annähert. Die Hälfte (49 Prozent) ist hingegen der Ansicht, dass sich der Stil noch weiter von dem seiner Amtsvorgänger entfernen wird. Auch geht mehr als die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) davon aus, dass Trump nicht die gesamte Amtszeit regieren wird.

Wenig Hoffnung beim Thema Umwelt- und Klimaschutz

Besonders skeptisch sehen die Deutschen die Auswirkungen der Regierung Trump auf den Bereich Umwelt- und Klimaschutz innerhalb der USA als auch auf globaler Ebene. 70 Prozent der Befragten gehen hier von einer negativen Entwicklung aus. Ähnlich hoch ist die Skepsis bei den Themen allgemeine Gesundheitsversorgung und Pressefreiheit innerhalb der USA. Jeweils mehr als zwei Drittel (69 Prozent und 68 Prozent) befürchten hier eine negative Entwicklung. Etwas besser sieht es bei der Einschätzung der Entwicklung der inneren Sicherheit in den USA aus. Hier erwartet zumindest ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) eine Verbesserung. Auf globaler Ebene wird unter anderem ein negativer Effekt auf den Zusammenhalt von Nationen (62 Prozent), die Stabilität der internationalen Sicherheitslage (57 Prozent) und der Demokratie-Verbreitung (57 Prozent) erwartet.

Ein Politiker wie Trump von der Mehrheit der AFD-Anhänger als Bundeskanzler vorstellbar

Bezogen auf Deutschland sind ein Viertel der Deutschen (26 Prozent) der Ansicht, dass es ein Politiker mit ähnlichen Vorhaben wie Donald Trump in den nächsten Jahren in die Regierung schaffen kann. Gleichzeitig würden es immerhin 17 Prozent der Befragten begrüßen, wenn ein Politiker wie Trump in den nächsten Jahren zum deutschen Bundeskanzler gewählt würde. Die Zustimmung fällt am stärksten unter AFD-Anhängern aus.

Über die Studie

Die Studie „Donald Trump aus Sicht der Deutschen“ gibt eine Übersicht über die Einstellung der deutschen Bevölkerung zu verschiedenen Themenbereichen der US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik unter der Regierung Donald Trump. Des Weiteren beinhaltet die Studie eine Persönlichkeitsanalyse von Donald Trump, Angela Merkel und Martin Schulz anhand des wissenschaftlich validierten Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeitspsychologie. Hierdurch ist ein direkter Vergleich der Wahrnehmung der drei Personen innerhalb der deutschen Bevölkerung möglich. Weitere Informationen über das Big 5-Modell finden Sie unter http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/big-five-persoenlichkeitsfaktoren/2360.

Die Studie kann nach Angabe der Kontaktdaten kostenlos unter folgendem Link heruntergeladen werden: https://yougov.de/trumpaussichtderdeutschen

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