Machen Millionengehälter den Fußball kaputt?

Machen Millionengehälter den Fußball kaputt?
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Die Mehrheit der Deutschen findet das Gehaltniveau in der Bundesliga für unangemessen – und Viele würden eine Begrenzung der Gehälter befürworten.

Wie viel der Darmstädter Fußballer Sandro Wagner genau verdient, ist nicht ganz klar. Dass er sich allerdings nicht für überbezahlt hält, das weiß man spätestens seit einem Interview mit der Bild-Zeitung vor wenigen Wochen. Die Spieler in der deutschen Eliteliga verdienten "angemessen oder teilweise eher zu wenig", sagte der Stürmer darin. „Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die bei Bayern zu wenig verdienen - selbst 12 Millionen oder so.“

Die Mehrheit der Deutschen ist da allerdings anderer Meinung – und würde die Gehälter der Bundesliga gerne begrenzen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach sagen insgesamt 75 Prozent der Befragten, sie fänden das Gehaltsniveau im Deutschen Profifußball „eher“ oder „ganz und gar unangemessen“, lediglich jeder Sechste (17 Prozent) findet es angemessen. Auffällig dabei: Je mehr sich jemand für Fußball interessiert, desto wahrscheinlicher findet er die Gehälter angemessen. So sagt immerhin jeder Dritte (33 Prozent), der sich nach eigenen Angaben „sehr“ für Fußball interessiert, das Niveau sei angemessen. Bei den überhaupt nicht interessierten sind es lediglich 5 Prozent.

Vorbild US-Sport?

In dem Zeitungsinterview sagte Wagner weiter: „Die Profis in den amerikanischen Ligen bekommen auch deutlich mehr." Damit das finanzielle Ungleichgewicht nicht Überhand nimmt, gibt es in diesen Ligen allerdings oft sogenannte „Salary Caps“, die begrenzen, wie viel Geld ein Team für Spielergehälter ausgeben darf.

So etwas würde auch in Deutschland gut ankommen:  Drei von vier Befragten (74 Prozent) befürworten so etwas, lediglich 12 Prozent wären dagegen. Das gilt fast genauso für die besonders interessierten: Von ihnen wären 78 Prozent für eine solche Begrenzung, 16 Prozent wären dagegen. Der Unterschied liegt hier vor allem in der Anzahl der „Weiß nicht“-Angaben (Interessierte: 6 Prozent, Gesamt: 14 Prozent).

Auch insgesamt sieht Fußball-Deutschland die steigenden Geldbeträge – wie schon vor einem Jahr – äußerst kritisch. Nur jeder Sechste (17 Prozent) sagt, die immer höheren Transfersummen, Sponsorengelder und Gehälter seien gut für den Sport, 72 Prozent sind da anderer Meinung.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1098 Personen im Zeitraum vom 26. bis 29. April 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Michael Probst/AP/Press Association Images

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