Wie gefährlich ist „Mein Kampf“?

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Zwei von fünf Deutschen bereitet eine Wiederveröffentlichung von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ Sorgen. Wer das Buch selbst gelesen hat, hat allerdings weniger Angst.

Mit dem 1. Januar 2016 endet der Urheberrechtsschutz auf Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Das Buch war nach dem zweiten Weltkrieg auch hierzulande nicht verboten. Die bayerische Staatsregierung, auf die die Rechte 1945 übergegangen waren, hatte lediglich niemandem erlaubt, das Buch zu drucken. Doch gut 70 Jahre nach Hitlers Tod endet mit dem Ende dieses Jahres der Schutz. Dann wird es zumindest eine kommentierte Version des Buches geben. Wie ansonsten die rechtliche Lage aussieht – ob und wie sich unkommentierte Versionen des Buches (zumal in Zeiten des Internets) juristisch verhindern lassen – ist noch nicht ganz klar.

Zwei von fünf Deutschen haben Sorgen, dass dies dem Rechtsextremismus hierzulande weiter Auftrieb geben könnte. Wer allerdings Teile oder das ganze Buch selbst gelesen hat, ist seltener dieser Meinung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagen 42 Prozent derer, die keine einzige Zeile von „Mein Kampf“ gelesen haben, es sei „eher“ oder „sehr wahrscheinlich“, dass das Wiederauftauchen dem Rechtsextremismus Auftrieb verleihen würde, 45 Prozent halten das für unwahrscheinlich. Von denen, die mindestens Ausschnitte gelesen haben, machen sich hingegen lediglich 34 Prozent Sorgen.

Insgesamt geben 21 Prozent der Befragten an, zumindest Teile von „Mein Kampf“ gelesen zu haben – überwiegend allerdings nur einzelne Ausschnitte (17 Prozent). Von denen, die noch nicht mit dem Buch in Kontakt gekommen sind, würden knapp jeder Vierte (23 Prozent) gerne einmal zumindest Ausschnitte lesen – und zwar weitgehend unabhängig von der eigenen Parteipräferenz.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1205 Personen im Zeitraum vom 6. bis 10. November 2015 repräsentativ befragt.

Foto: Saurabh Das/AP/Press Association Images

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