Internationale COVID-19-Studie: Bereitschaft zur Selbstisolation nimmt weltweit ab

Eine weltweite, gemeinsame Studie von YouGov und dem Imperial College London umfasst Fragen zum selbstisolierenden Verhalten der Deutschen und weiterer 28 Nationen

Köln, 18.06.2020. Nachdem die Zahlen der mit COVID-19-Infizierten in den letzten Wochen in Deutschland zurückgegangen und die ersten Maßnahmenlockerungen in Kraft getreten sind, nimmt auch die Bereitschaft zur Selbstisolation unter den deutschen Befragten ab: 70 Prozent geben Mitte Juni an, bereit zu sein, in eine siebentägige Selbstisolation zu gehen, falls ihnen dies durch Gesundheitsbehörden oder -experten empfohlen würde. Im Vergleich zu Ende März sind das 12 Prozentpunkte weniger. Ein Zehntel (9 Prozent) sagt, zu einer empfohlenen siebentägigen Selbstisolation nicht bereit zu sein. Ende März sagten dies 5 Prozent der Befragten. Beim internationalen Vergleich sind es derzeit noch 81 Prozent, welche Bereitschaft zur Selbstisolation nach Empfehlung durch Gesundheitsbehörden etc. zeigen, verglichen mit 87 Prozent Ende März. Zu jener Zeit antworteten 3 Prozent, nicht dazu bereit zu sein, aktuell sagen dies 5 Prozent.

Trotz Krankheitssymptomen nimmt Selbstisolationsbereitschaft unter den Deutschen ab

Aktuell würden sich knapp 3 von 5 Deutschen (58 Prozent) in eine selbst auferlegte Isolation begeben, wenn sie sich krank fühlten oder Symptome, wie trockenen Husten, Fieber, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Atemnot oder Atembeschwerden hätten. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als zu Beginn der Studie Ende März. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) würde dies nicht tun, 11 Prozentpunkte mehr als Ende März. Am häufigsten würden derzeit die Briten bei Krankheitssymptomen in Selbstisolation gehen: 85 Prozent machen diese Angabe. Es folgen Brasilien mit 83 Prozent und Mexiko mit 81 Prozent. Die Chinesen machen Mitte Juni, bevor der erneute Ausbruch des Virus in Peking bekannt wurde, am seltensten diese Aussage (21 Prozent).

Regelmäßiges Händewaschen für große Mehrheit aller Befragten wichtige Schutzmaßnahme

Mitte Juni geben neun von zehn (90 Prozent) Befragten aus allen 17 betrachteten Ländern an, sich innerhalb der letzten sieben Tage als Schutzmaßnahme vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus regelmäßig bis immer die Hände mit Wasser und Seife gewaschen zu haben. Fast alle Mexikaner (98 Prozent) machen diese Aussage, sowie 95 Prozent der Italiener und jeweils 94 Prozent der Briten, Franzosen und Philippiner. Bei den Deutschen sind es 89 Prozent der Befragten, die sich regelmäßig bis immer die Hände mit Wasser und Seife gewaschen haben. Auch bei dieser Frage geben die Chinesen, vor Bekanntwerden des erneuten Virusausbruchs in Peking, am seltensten an, diese Schutzmaßnahme regelmäßig bis immer ergriffen zu haben (65 Prozent).

Philippiner, Mexikaner und Inder verlassen derzeit am seltensten ihr Zuhause

Knapp drei von fünf (58 Prozent) der weltweit befragten Personen aus 17 Ländern geben Mitte Juni an, es als Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden, das Zuhause zu verlassen. Am häufigsten vermeiden es derzeit die Philippiner: 82 Prozent jener halten diese Maßnahme regelmäßig bis immer ein. Bei den Mexikanern sind es 80 Prozent, bei den Indern 79 Prozent. Am seltensten machen die Dänen diese Aussage: Nur ein Viertel (24 Prozent) der Dänen halten diese Maßnahme regelmäßig bis immer ein. Bei den Norwegern sagen dies 28 Prozent. Unter den Deutschen achten 37 Prozent regelmäßig bis immer darauf, das Verlassen des Zuhauses zu vermeiden.

Methode

Die Umfragedaten von 9.039 befragten Deutschen und insgesamt 172.313 Personen aus 29 Ländern stammen aus der Zusammenarbeit von YouGov und Experten des Institute of Global Health Innovation (IGHI) am Imperial College London ab Ende März 2020. Die 29 Länder umfassende Umfrage wurde entwickelt, um eine Verhaltensanalyse darüber zu liefern, wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen auf COVID-19 reagieren.

"Es ist von größter Bedeutung, dass Regierungen und Gesundheitsorganisationen einen kontinuierlichen und verlässlichen Überblick darüber bekommen, wie Menschen auf die sich verändernden Umstände reagieren", so Melanie Leis, Director der Big Data and Analytical Unit des IGHI. „Durch die wöchentliche Veröffentlichung unserer Daten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse hoffen wir, mit dieser Arbeit einen wichtigen Beitrag für die laufenden Strategieplanungen von Regierungen und Entscheidungsträgern zu leisten, um durch diese schwierigen Zeiten navigieren zu können.“

Die Daten sind über ein IGHI-Dashboard öffentlich verfügbar und zugänglich. Um öffentliche Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt in Zeiten der Krise und bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen, werden die Daten Forschern auf der ganzen Welt kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

Pressekontakt:

YouGov Deutschland GmbH
Anne-Kathrin Sonnenberg
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