Moppelig aus der Krise: Die gefährlichen Folgen der Corona-Maßnahmen

Moppelig aus der Krise: Die gefährlichen Folgen der Corona-Maßnahmen

Wesentlich mehr Freizeit an Bildschirmen, mehr Kilos auf den Rippen und Bewegungsarmut: Mit den Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung gehen riskante Verhaltensänderungen einher. Schon jetzt ist das Ausmaß an mancher Stelle erschreckend.

Drinbleiben, Kontakte beschränken, Homeoffice - die Maßnahmen gegen eine allzu schnelle Corona-Ausbreitung hinterlassen in der Bevölkerung bereits deutliche Spuren. 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich deswegen weniger, 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten schon an Gewicht zugelegt. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nur 12 Prozent der Befragten sind demnach mehr in Bewegung als zuvor, 8 Prozent haben wegen der Corona-Maßnahmen abgenommen.

Grafik Bewegung und Körpergewicht

Gesündere Ernährung durch die Krise?

Es gibt aber auch positive Folgen: Seit Corona gibt es in vielen Familien mehr Zeit für gesunde Mahlzeiten. Und so mancher entdeckt angesichts geschlossener Restaurants die eigene Küche neu. Brot wird selbst gebacken, Rezepte aus dem Internet haben Hochkonjunktur. In der Umfrage gaben auch nur 13 Prozent der Erwachsenen an, sich ungesünder zu ernähren. Im Gegenzug sagten 12 Prozent, im Zuge der Coronakrise gesünder zu essen. Die Mehrheit (70 Prozent) allerdings gibt an, sich genauso gesund oder ungesund zu ernähren wie vor der Coronakrise.

Dass mehr als sonst gegessen und genascht wird, etwa weil der Weg zum Kühlschrank im Homeoffice nicht weit ist, spielt zumindest nach Angaben der von YouGov Befragten kaum eine Rolle. Nur 15 Prozent gaben an, ihre Essensmenge sei gestiegen, 11 Prozent gingen sogar davon aus, im Zuge des Corona-Lockdowns insgesamt weniger zu essen. Allerdings ist da womöglich ein bisschen Fehleinschätzung im Spiel: Nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbands ist der Verkauf von Süßwaren in der Corona-Krise gestiegen, im März sei ein zweistelliges Plus verzeichnet worden.

2 von 5 verbringen mehr Zeit mit elektronischen Geräten

Stark abgenommen hat bei vielen Menschen die Dauer von Gesprächen mit Freunden oder Verwandten, die vor Beginn der Maßnahmen oft bei Besuchen und anderen Treffen erfolgten. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gab an, nun weniger Zeit - etwa am Telefon oder mit Videogesprächen - mit solchen Gesprächen zu verbringen. Fast ein Viertel (23 Prozent) meint allerdings, nun insgesamt länger mit Freunden und Verwandten zu sprechen. Extrem verändert hat sich die Nutzung elektronischer Geräte. 39 Prozent der Befragten gaben an, mehr Freizeit mit Fernseher, PC, Laptop, Spielekonsole, Smartphone und ähnlichem zu verbringen. Lediglich 4 Prozent sitzen im Zuge von Corona weniger vor dem Bildschirm.

Grafik Elektronische Geräte und Gespräche mit Verwandten

Quelle: dpa / YouGov

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2.041 Personen zwischen dem 22. und 24. April 2020 mittels standardisierter Online-Interviews befragt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Bitte lesen Sie unsere Community-Regeln, bevor Sie posten.