Die Hälfte der Deutschen bejaht de Maizières "Leitkultur"

Die Hälfte der Deutschen bejaht de Maizières "Leitkultur"
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Besonders Männer und Menschen über 55 Jahre stimmen zu. Die Meinung zu den einzelnen Thesen fällt zwar unterschiedlich, insgesamt aber positiv aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière legte einen 10-Punkte Katalog unter dem Stichwort "Leitkultur" vor. Erschienen war dieser als  Gastbeitrag in der Bild am Sonntag. Für ihn ist solch ein gemeinsamer Wertekonsens wichtig für das gemeinsame Zusammenleben in Deutschland.

Meinung zum Leitkultur-Begriff

50 Prozent der Deutschen finden es sollte grundsätzlich eine definierte "Leitkultur" als Beschreibung eines gemeinsamen Wertekonsens in Deutschland geben. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage. Ein Viertel ist gegenteiliger Meinung. Ebenso viele konnten oder wollten zu dem Thema keine Meinung äußern.

Im Vergleich stimmen mehr Männer als Frauen für den Vorschlag des Innenministers. 54 Prozent der männlichen Befragten bejahen ihn, von den weiblichen Befragten sind es nur 46 Prozent. Weitere Unterschiede finden sich in den Generationen. Besonders zustimmend sind die über 55-Jährigen (56 Prozent). Im Gegensatz dazu ist es vor allem die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren, die der Idee von de Maizière weniger zuspricht (41Prozent).

Besonders Bildung und Toleranz sind wichtig

Die zehn Grundsätze, die der Innenminister aufzählte, entfachten eine Debatte um die Notwendigkeit solcher Punkte. Es sind mittlerweile Gegenentwürfe ernsthafter und satirischer Art verfasst worden.

Die zehn Thesen von de Maizière im Check

Die Meinung der Deutschen zu den einzelnen These fällt zwar unterschiedlich, insgesamt aber positiv aus. Besonders deutlich war die Zustimmung für den Punkt, dass Bildung über die Vorbereitung auf den Beruf hinausgehe und Allgemeinbildung wichtig sei (87 Prozent).

Ebenfalls bejahten die meisten, dass Respekt und Toleranz gegenüber Minderheiten und eine Gesellschaft ohne Gewalt wichtig ist (85 Prozent). Fast genauso viele finden, dass die Leistung eines jeden wichtig ist und gleichzeitig auch soziale Sicherungssysteme wichtig sind (84 Prozent).

Patriotismus und Geschichtsbewusstsein am wenigsten wichtig

Der wohl in allen Debatten umstrittenste Punkt "Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka" fand bei knapp drei Viertel (73 Prozent) eine positive Resonanz und ist somit auf Platz vier bei der Beliebtheit der Thesen.

Im Vergleich wenig Zuspruch fand der Grundsatz, dass Deutsche aufgeklärte Patrioten sind, die ihr Land lieben und nicht andere hassen (51 Prozent). Auch ist es den Deutschen im Vergleich zu den anderen Grundsätzen weniger wichtig, dass es Geschichtsbewusstsein gibt und ein besonderes Verhältnis dazu, dass Israel ein Recht auf Existenz hat (61 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1054 Personen ab 18 Jahren zwischen dem 05.05. und 09.05.2017 repräsentativ befragt.

Foto: dpa

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