Wenn der Badeurlaub zur Gewohnheit wird

Wenn der Badeurlaub zur Gewohnheit wird
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Junge Leute fahren eher auf Städtereisen, ältere eher auf Kreuzfahrten: So unterscheiden sich die verschiedenen Urlaubertypen.

In den ersten Bundesländern haben sie bereits begonnen: Die großen Ferien. Zwar steht hierzulande nicht – wie etwa in Frankreich – mehrere Wochen lang alles still. Aber vor allem Familien mit Kindern nutzen die gut sechs Wochen, in denen keine Schule ist, um zu verreisen. Für manch einen geht es in die Sonne und ans Meer, den anderen zieht es in die Stadt. Wieder andere wollen auch im Urlaub aktiv sein – oder den Luxus eines Kreuzfahrtschiffes genießen.

Doch wie unterscheiden sich die verschiedenen Urlauber voneinander? Was ist das Besondere am Badeurlauber, was das einmalige am Städtereisenden? Das zeigen Daten aus YouGov Profiles. Dabei wurden anhand der Angaben, welcher Art der letzte Urlaub der Befragten war, sowie der zahlreichen anderen Datenpunkte in YouGov Profiles, die Unterschiede zwischen einzelnen Urlaubertypen herausgearbeitet.

Badeurlauber: Familie ist wichtig, das Äußere auch

Eine der größten Gruppen unter den deutschen Urlaubern stellen die Badeurlauber dar. Ein Viertel (25 Prozent) aller ausgewerteten Personen gab an, dass der letzte Urlaub ein Badeurlaub war. Darunter überdurchschnittlich viele mittelalte Menschen (30 bis 55 Jahre), und unterdurchschnittlich viele Abiturienten und Akademiker.

Dafür ist den Badeurlaubern die Familie im Schnitt wichtiger als dem Rest der Bevölkerung. Dazu passt auch, dass der Anteil der Verheirateten in dieser Gruppe signifikant höher ist als in der Gesamtbevölkerung. Außerhalb der Ferien sind die Badeurlauber übrigens nach eigenen Aussagen besonders oft sorgfältig und halten sich an Regeln. Das gilt dann allerdings bitte auch in die andere Richtung. Denn Freizeit opfern sie seltener für den Beruf – und ebenso für einen guten Zweck.

Wichtig ist den Badeurlaubern daneben oft auch das Äußere – wobei vor allem Mainstream-Marken wie Adidas, C&A und H&M in dieser Gruppe oftmals noch beliebter sind als in der Gesamtbevölkerung.

Städtereisende: Alleinsein ist auch mal schön

Eher jung sind hingegen die Städtereisenden. Vor allem unter den 18- bis 29-Jährigen sind Trips in die Großstädte dieser Welt besonders beliebt – und ganz besonders unter den eher gebildeten. Denn der Anteil von Abiturienten und Studierenden ist hier besonders hoch.

Zwar sagen die Städtereisenden – etwas überraschend – überdurchschnittlich oft, dass sie es genießen, allein zu sein. Doch gleichzeitig geben sie besonders häufig an, gerne andere Kulturen und  neue Ideen zu entdecken. Klar: Das geht in fremden Städten ganz gut. Vor allem, wenn man immer wieder in andere fährt. Kein Wunder also, dass der Aussage „Ich mache immer wieder an den gleichen Orten Urlaub“ signifikant weniger Städtereisende zustimmen als in der Gesamtbevölkerung.

Ebenfalls weniger Zustimmung erhält der Satz „Ich könnte nie in einer großen Stadt wohnen“. Allerdings würden ihm auch 37 Prozent der Städtereisenden (Gesamtbevölkerung: 43 Prozent) zustimmen. Denn wohnen ist immer noch etwas anderes als Urlaub machen.

Kreuzfahrt-Teilnehmer: Zufrieden mit der vielen Freizeit

Während die jungen Leute also die Städte dieser Welt bereisen, sind die Älteren überdurchschnittlich oft auf den Weltmeeren unterwegs. So ist der Anteil der Über-55-Jährigen unter den Menschen, deren letzter Urlaub eine Kreuzfahrt war, signifikant höher als in der Gesamtbevölkerung. Dazu kommt: Es fahren relativ wenige Singles mit, mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Kreuzfahrer sind verheiratet.

Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass diese Menschen grundsätzlich eher zufrieden sind mit ihrem Lebensstandard als der Rest der Bevölkerung – und seltener neidisch auf den Lebensstandard von Freunden und Bekannten. Kein Wunder, sagen sie doch deutlich häufiger: „Ich habe viel Freizeit“.

Optisch sind die Kreuzfahrt-Teilnehmer eher unauffällig. Für sie kommen Schönheits-OPs signifikant seltener in Frage, und im Kleiderschrank hängt eher bei Peek und Cloppenburg Gekauftes, seltener Nike oder Converse.

Aktivurlauber: Gehen auch sonst an ihre Grenzen

Im Gegensatz dazu beschweren sich Aktivurlauber überdurchschnittlich häufig darüber, dass ihre Tage zu kurz sind. Kein Wunder: Sie gehen nicht nur im Urlaub, sondern auch im Job an ihre Grenzen und gerne mal ein Risiko ein. Und wenn dann noch Zeit bleibt, sind sie überdurchschnittlich häufig auch so in der Freizeit sportlich aktiv.

Insgesamt sind Aktivurlauber auch eher jung, aber vor allem eher männlich. Der Männeranteil ist mit 61 Prozent deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Außerdem ist dieser Urlaubertyp eher gut gebildet.

Und Aktivurlauber interessieren sich für’s Äußere. Sie halten sich signfikant häufiger für gut gekleidet und machen nach eigenen Angaben jeden Modetrend mit. Und an ihren Füßen tragen sie häufiger als der Rest Schuhe von Görtz und seltener Schuhe von Deichmann.

Wo wird gebucht?

Während früher wohl die meisten Leute einfach ins Reisebüro gegangen sind, gibt es im Zeitalter des Internets für jede Reiseart einen oder mehrere spezielle Anbieter. So verwundert es auch nicht, dass die verschiedenen Urlaubertypen ihre Reisen bei unterschiedlichen Unternehmen buchen. So nutzen Städtereisende überdurchschnittlich oft Hotelsuchmaschinen wie HRS.de oder gleich ganz neuartige Anbieter wie AirB’n’B, während etwa Badeurlauber Pauschalanbieter wie Thomas Cook oder Internetseiten wie Ab in den Urlaub nutzen.

Die mit YouGov Profiles analysierten Daten stammen aus einem wöchentlich aktualisierten, bevölkerungsrepräsentativ gewichteten Datensatz aus den letzten 12 Monaten (Stand: 26.06.2016). Für diese Analyse wurden 16885 Personen untersucht, die angegeben haben, was sie in ihrem letzten Urlaub gemacht haben. Deren Angaben wurden im Anschluss mit den Daten der Gesamtbevölkerung verglichen. Die Markenvorlieben stammen dabei aus der BrandIndex-Metrik "Current Customer". Der Vergleich der Gruppen erfolgt mithilfe von Z-Scores. Mehr darüber finden Sie hier.

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