Mehrheit wünscht sich deutsche Führungsrolle beim Klimagipfel

Mehrheit wünscht sich deutsche Führungsrolle beim Klimagipfel
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Mehr als die Hälfte der Deutschen will, dass die Regierung in Paris auf ambitionierte Ziele hinwirkt. Denn für die Mehrheit tut die Politik bislang nicht genug.

Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs sind in diesen Tagen nach Paris gekommen. Dort soll innerhalb der kommenden zwei Wochen ein neues Abkommen verhandelt werden, mithilfe dessen der Klimawandel gestoppt oder zumindest verlangsamt werden soll. In der Vergangenheit hat sich neben Barrack Obama und Papst Franziskus auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen stärkeren Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen. So versprach sie auf dem G7-Treffen in Elmau in diesem Sommer den vollständigen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen bis zum Ende des Jahrhunderts.

Eine Umfrage im Rahmen des aktuellen YouGov Eurotrack, die zusätzlich auch in den USA durchgeführt wurde, zeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) auch beim Klimagipfel in Paris wünschen, dass Deutschland eine tragende Rolle spielt, um ambitionierte Ziele durchzusetzen. 30 Prozent präferieren einen moderaten Ansatz, nur 4 Prozent sagen, Deutschland sollte keinem Umwelt-Abkommen zustimmen.

Noch ambitionierter zeigten sich in der Umfrage lediglich die Dänen und Schweden, während unter anderem in Großbritannien und den USA ein solches Voranschreiten von weniger Befragten gewünscht wird. Insbesondere sagen 9 Prozent der Briten und sogar 16 Prozent der Amerikaner, dass ihre Regierung keinem Abkommen zustimmen solle.

Allerdings sind in diesen beiden Ländern weniger Menschen davon überzeugt, dass es überhaupt einen menschengemachten Klimawandel gibt: Während in Deutschland von insgesamt über 14.000 im Rahmen von YouGov Profiles befragten und im Anschluss repräsentativ gewichteten Menschen 70 Prozent „ziemlich“ oder „sehr sicher“ sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist, liegt der selbe Wert in Großbritannien bei 62 Prozent. In den USA gaben bei einer YouGov-Umfrage sogar nur 60 Prozent der Befragten an, dass der Klimawandel menschengemacht ist – von den Republikanern sogar nur 35 Prozent.

Weitere Unterschiede innerhalb Europas gibt es unter anderem bei der Frage nach den Folgen des Klimwandels: Während sich die Befragten in den skandinavischen Ländern vor allem vor den Folgen für zukünftige Generationen fürchten, machen sich Franzosen um den allgemeinen Verschmutzungsgrad und die Deutschen um Wasser- und Nahrungsmangel Sorgen. Und in Großbritannien zählt der Verlust der Artenvielfalt im Tierreich bei so vielen Menschen zu den größten Sorgen wie kein anderes Thema.

Wird genug getan?

Relativ einig sind sich die Befragten hingegen bei der Frage, ob die eigene Regierung genug tut, um den Klimawandel zu bekämpfen. In allen sieben im Rahmen des Eurotrack untersuchten Ländern sagen mehr Menschen, dass die Regierung nicht genug tut, als dass sie zu viel tut. Besonders groß ist dieser Unterschied dabei in Deutschland (53 zu 13 Prozent), Frankreich (54 zu 11 Prozent) und Dänemark (52 zu 11 Prozent).

Die dänischen Werte sind dabei eine kleine Überraschung. Als Teile der Umfrage im Mai schon einmal durchgeführt wurden, waren nur 37 Prozent der Dänen der Meinung, ihre Regierung tue nicht genug – der niedrigste Wert unter den seinerzeit untersuchten 15 Ländern in Amerika, Europa, Asien und Australien.

Die europäischen Daten wurden im Rahmen des aktuellen YouGov Eurotrackers erhoben. Dafür wurden insgesamt 8401 Personen vom 19. bis 24. November 2015 repräsentativ befragt: 1669 Briten, 2012 Deutsche, 1028 Franzosen, 1007 Dänen, 1015 Schweden, 1010 Finnen und 660 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt. Die amerikanischen Daten stammen aus einer YouGov/Economist-Umfrage zwischen dem 19. und 23. November 2015 unter 2000 US-Bürgern. Die mit YouGov Profiles analysierten Daten stammen aus einem wöchentlich aktualisierten Datensatz über gut 14.000 Befragte aus den letzten 12 Monaten (Stand: 29.11.2015).

Foto: Szwarc Henri/ABACA/Press Association Images


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