Terrorangst bleibt auf konstant hohem Level

Terrorangst bleibt auf konstant hohem Level
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Die Mehrheit glaubt, durch Speicherung und Auswertung von Verbindungsdaten könnten Terroranschläge verhindert werden. Ob es das wert ist, ist eine andere Frage.

Nach den Anschlägen in Paris im vergangenen Herbst feierte die Vorratsdatenspeicherung auch hierzulande ein Comeback. Seit einigen Monaten werden wieder die Verbindungsdaten von Millionen Deutschen gespeichert, um so erfolgreicher gegen Terroristen vorgehen zu können. Auch wenn Kritiker immer wieder zu Protokoll gaben und geben, dass gerade die jüngsten Anschläge doch bewiesen, dass die Speicherung der Telekommunikationsdaten von Millionen Menschen nichts bringt.

Dem stimmt die Mehrheit der Deutschen zwar nicht zu - einer Speicherung der Daten aber eben auch nicht. Und das, obwohl die Angst vor einem Terroranschlag auch in Deutschland konstant hoch bleibt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach sagen 41 Prozent der Befragten, dass es den Sicherheits- und Geheimdiensten erlaubt sein sollte, Einzelheiten (aber nicht genaue Inhalte) über die Kommunikation gewöhnlicher Menschen zu speichern, in etwa genauso viele sind dagegen (44 Prozent). Das ist eine leichte Verschiebung zur Stimmung vor gut einem Jahr, als die Frage schon einmal in Deutschland und anderen europäischen Ländern gestellt wurde. Damals waren hierzulande 34 Prozent der Befragten für und 51 Prozent gegen eine Erlaubnis zur Speicherung - die größte Ablehnung von allen untersuchten Ländern.

Noch größer ist dabei die Gruppe derer, die eine solche Speicherung für geeignet hält, Terroranschläge zu verhindern. 54 Prozent der Befragten halten es nämlich für wahrscheinlich, dass sich auf diesem Wege Anschläge stoppen lassen. In eine ähnliche Richtung zeigte auch eine YouGov-Umfrage im Juni 2015, die mit einer etwas anderen Fragestellung ebenfalls zu dem Ergebnis kam, dass zwar viele Menschen die Vorratsdatenspeicherung für zielführend halten - sie aber dennoch ablehnen.

Gleichzeitig bleibt die Angst vor einem Anschlag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auch hierzulande konstant hoch. Wie schon nach den Pariser Anschlägen im Januar und November erwarten 60 Prozent der Deutschen einen solchen in den nächsten Monaten, 23 Prozent halten dies für unwahrscheinlich.

Kurz nach den Anschlägen in Brüssel waren im Internet auch Drohvideos gegen Deutschland aufgetaucht. Die Bedrohungslage sei ernst, heißt es dazu aus dem Bundesinnenministerium, dem Bundeskriminalamt und vom Verfassungsschutz - aber auch nicht ernster als vor dem Auftauchen der Videos.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1416 Personen im Zeitraum vom 01. bis 5. April 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Cegarra Elyxandro/ABACA/PA Images

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