YouGov Sonntagsfrage: Union und AfD weiter gleichauf, SPD auf höchstem Stand seit Bundestagswahl

Frieder SchmidAccount Director Political Research Germany
Januar 13, 2026, 2:26 nachm. GMT+0

Zur Wahlabsicht im Januar 2026, zur Beteiligung der Bundeswehr an Einsätzen zur Sicherung eines möglichen Friedensabkommens in der Ukraine und zur wahrgenommenen Bedrohung durch Links- und Rechtsextremismus

Die erste YouGov Sonntagsfrage im Jahr 2026 zeigt CDU/CSU und AfD weiterhin gleichauf in der Wählergunst: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, lägen Union und AfD jeweils bei 25 Prozent. Damit verlieren beide einen Prozentpunkt gegenüber Dezember 2025.

Die SPD verbessert sich gegenüber Dezember 2025 um 2 Prozentpunkte und kommt jetzt auf 16 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit der Bundestagswahl 2025. Die Grünen kommen unverändert auf 12 Prozent. Die Linke bleibt ebenfalls unverändert bei 10 Prozent. Auch die FDP bleibt stabil in der Wählergunst und steht wie im Dezember 2025 bei 4 Prozent. Das BSW verliert einen Prozentpunkt und kommt jetzt auf 3 Prozent. 5 Prozent der Wahlberechtigten würden für eine sonstige Parteien stimmen.

Das ist das Ergebnis der aktuellen YouGov-Sonntagsfrage, für die 1.673 von insgesamt 2.080 wahlberechtigten Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmern ihre Wahlabsicht angegeben haben. Die Wahlabsicht gehört laut DSGVO zu den sensiblen personenbezogenen Daten und kann aus diesem Grund in YouGov-Umfragen übersprungen werden. Die Befragung fand zwischen dem 09. und 12.01.2026 statt.

Beteiligung der Bundeswehr an Friedensmission in der Ukraine: Zustimmung wächst

Friedrich Merz hat am 6. Januar auf einer Konferenz der Verbündeten der Ukraine in Paris in Aussicht gestellt, dass deutsche Truppen aus benachbarten NATO-Staaten einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine militärisch sichern könnten. YouGov hat im März 2025 danach gefragt, wie Bürgerinnen und Bürger zu einer Stationierung deutscher Soldatinnen und Soldaten als Friedenstruppen direkt in der Ukraine stehen. Bürgerinnen und Bürger sind heute aufgeschlossener für ein deutsches Engagement als noch vor neun Monaten. Aktuell befürworten 42 Prozent eine Beteiligung deutscher Truppen, 45 Prozent lehnen einen solchen Einsatz ab. 13 Prozent sind unentschieden. Im März 2025 befürworteten nur 37 Prozent einen solchen Einsatz, 48 Prozent lehnten ihn ab. Damals waren 15 Prozent unentschieden.

Die Zustimmung für eine Beteiligung deutscher Truppen an einem Einsatz zur Friedenssicherung ist besonders unter Wählerinnen und Wählern der Grünen (72 Prozent), CDU/CSU (57 Prozent) und SPD (53 Prozent) hoch. Unter Linken-Wählerinnen und -Wählern halten sich Befürwortung und Ablehnung die Waage: 38 Prozent befürworten einen solchen Einsatz, 40 Prozent lehnen ihn ab. Wählerinnen und Wählern von AfD (Befürwortung: 17 Prozent, Ablehnung: 75 Prozent) und BSW (Befürwortung: 13 Prozent, Ablehnung: 76 Prozent) lehnen einen deutschen Einsatz dagegen klar ab.

Bürgerinnen und Bürger fühlen sich stärker durch Links- und Rechtsextremismus bedroht

Das Bundesinnenministerium hat den Anschlag auf das Berliner Stromnetz als linksterroristische Tat eingestuft. Inwieweit – wenn überhaupt – fühlen sich Bürgerinnen und Bürger durch Linksextremismus bedroht? Aktuell geben 34 Prozent an, dass sie sich stark durch Linksextremismus bedroht fühlen. Dies bedeutet ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten seit Juni 2023: Damals gaben 22 Prozent an, sich durch Linksextremismus stark bedroht zu fühlen. Damals wie heute fühlen sich mehr Bürgerinnen und Bürger durch Rechtsextremismus bedroht: Aktuell fühlen sich 41 Prozent durch Rechtsextremismus stark bedroht, im Juni 2023 sagten dies 30 Prozent – ein Zuwachs von 11 Prozent.

Besonders Wählerinnen und Wähler der AfD (65 Prozent) und CDU/CSU (42 Prozent) fühlen sich durch Linksextremismus stark bedroht. Unter Wählerinnen und Wählern von SPD (18 Prozent), den Grünen (11 Prozent) und Die Linke (11 Prozent) ist der Anteil von Bürgerinnen und Bürgern, die sich stark bedroht fühlen, deutlich geringer. Dagegen fühlen sich mehr Wählerinnen und Wähler von SPD (51 Prozent), den Grünen (70 Prozent) und Die Linke (67 Prozent) von Rechtsextremismus bedroht. Nur 8 Prozent der AfD-Wählerinnen und -Wähler fühlen sich stark von Rechtsextremismus bedroht. CDU/CSU-Wählerinnen und -Wähler fühlen sich in ähnlicher Weise von Rechtsextremismus wie von Linksextremismus bedroht: 47 Prozent geben an, dass sie sich stark von Rechtsextremismus bedroht fühlen.

Zum methodischen Vorgehen:

Diese Umfrage wurde von YouGov Deutschland als Eigenstudie im YouGov Omnibus Politik durchgeführt. Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des unternehmenseigenen YouGov Panels. Die Mitglieder des Panels haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 9. bis 12.01.2026 insgesamt 2.080 Personen in einer repräsentativen Stichprobe, quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, politischem Interesse und Wahlverhalten, befragt. Die Stichprobe bildet die Wahlberechtigten Deutschlands ab 18 Jahren hinsichtlich dieser Quotenmerkmale ab.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

· Ergebnisse inkl. Erklärung der Methodik

· Informationen zum YouGov Omnibus Politik

· FAQ zur Wahlforschung bei YouGov

Wenn Sie mehr über Politik- und Meinungsforschung bei YouGov erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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