Für nur knapp mehr als die Hälfte der Deutschen gilt Deutschland als kinderfreundlich

Für nur knapp mehr als die Hälfte der Deutschen gilt Deutschland als kinderfreundlich

YouGov-Studie zum Weltkindertag in Kooperation mit dem SINUS-Institut

In drei Tagen wird der alljährliche Weltkindertag begangen, der auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern aufmerksam machen soll. Doch wie bewerten die Deutschen eigentlich die Kinderfreundlichkeit hierzulande? Worin wird diesbezüglich der größte politische Handlungsbedarf gesehen? Nur eine knappe Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) sagt, Deutschland sei ein kinderfreundliches Land ein. Dabei zeigt sich ein Alterseffekt: Je jünger die Befragten, desto positiver fällt diese Bewertung aus (18-29 Jahre: 65 Prozent; 60-69 Jahre: 49 Prozent). Keine Rolle spielt hingegen, ob die Befragten Kinder unter 18 Jahren haben (54 Prozent Zustimmung) oder nicht (53 Prozent Zustimmung). Ebenso zeigen sich keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Bewertung der Kinderfreundlichkeit (jeweils 53 Prozent). Dies hat eine aktuelle YouGov-Umfrage in Kooperation mit dem SINUS-Institut herausgefunden.

Für 53 Prozent ist Deutschland kinderfreundlich

70 Prozent finden es schlimm, was für eine Welt den Kindern hinterlassen wird    

Knapp 3 von 5 Deutschen (58 Prozent) sind der Ansicht, die Bedürfnisse der Kleinen kämen während der Corona-Krise zu kurz. Eltern von minderjährigen Kindern vertreten diese Meinung überdurchschnittlich häufig (67 Prozent). Folgerichtig sieht eine knappe Mehrheit (57 Prozent) Handlungsbedarf in der Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Weiterhin finden zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen den Weltkindertag wichtig, der auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern aufmerksam macht. 77 Prozent der Befragten sagen, dass es in Deutschland um Kinderrechte besser bestellt sei als in den meisten anderen Ländern der Welt. 7 von 10 (70 Prozent) sagen aus, es schlimm zu finden, was für eine Welt den Kindern hinterlassen wird.

Bedürfnisse von Kindern während der Corona-Krise

Beim Schutz vor sexuellem Missbrauch und Gewalt muss die Politik handeln, so die Deutschen

Laut Einschätzung der Deutschen ist der politische Handlungsbedarf in Bezug auf Kinderschutz groß und die Wunschliste lang: Den größten Handlungsbedarf verorten die Deutschen mit 73 Prozent beim Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch, gefolgt vom Schutz von Kindern vor Gewalt (72 Prozent) sowie bei der Bereitstellung von Kinderbetreuungs-Plätzen, der Gleichheit von Bildungschancen und dem Schutz vor Kinderarmut (jeweils 68 Prozent). 57 Prozent sind der Ansicht, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden müssten.

Politischer Handlungsbedarf für Kinderschutz

Zukunftsaussichten der Kinder? Geprägt vom Klimawandel und ökonomischen Herausforderungen

Die Deutschen wurden auch um eine Einschätzung gebeten, mit welchen Herausforderungen heutige Kinder zukünftig konfrontiert werden würden. Der Befund ist ernüchternd, die junge Generation wird es aus Bevölkerungssicht nicht leicht haben: Es wird vermutet, dass sie, verglichen mit den heutigen Erwachsenen, vor allem die Folgen des Klimawandels stärker zu spüren bekommen (78 Prozent Zustimmung). Auch dass sie öfter mit Pandemien konfrontiert sein werden (64 Prozent), sagen die Befragten aus. Weiterhin befürchten sie, dass Kinder es später schwerer haben werden, einen Job zu finden (56 Prozent). 47 Prozent der Deutschen hegen die Hoffnung, dass Kinder einen höheren Lebensstandard genießen werden, und nur 32 Prozent, dass sie in einer sozial gerechteren Gesellschaft leben werden. Einig ist man sich wiederum, dass Kinder künftig in einer vielfältigeren Gesellschaft leben werden (76 Prozent).

Klimawandel größte Zukunftsbedrohung für Kinder

 

Über die Studie:

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Umfrage der internationalen Data & Analytics Group YouGov, für die 2.212 Personen zwischen dem 13. Und 24. August 2020 mittels standardisierter Online-Interviews befragt wurden. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren.

 

Foto: Peter Kneffel/dpa

Bitte lesen Sie unsere Community-Regeln, bevor Sie posten.