Knapp die Hälfte ist für die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht

Knapp die Hälfte ist für die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht
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Eine aktuelle YouGov-Umfrage befasst sich mit dem vom Bundesverteidigungsministerium geplanten „Deutschlandjahr“, der Wehrplicht und der Sicht auf die deutsche Bundeswehr

Seit 2011 gibt es die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland nicht mehr. Neun Jahre später gibt knapp die Hälfte (48 Prozent) der Deutschen an, der Wiedereinführung derselben zuzustimmen, Männer häufiger (50 Prozent) als Frauen (45 Prozent). 38 Prozent sind gegen eine Wiedereinführung. Auch eine mögliche Einführung des „Deutschlandjahres“, ein von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vor kurzem vorgestellter 12-monatiger Freiwilligendienst bei der Bundeswehr, bewerten 52 Prozent der Deutschen als gut. 28 Prozent sprechen sich dagegen aus. Ein Fünftel (19 Prozent) enthält sich der Aussage. Das sind Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Wiedereinführung Wehrpflicht

Zwei Drittel der CDU-/CSU-Wähler befürworten das „Deutschlandjahr“

Eine mögliche Einführung des „Deutschlandjahres“ wird von 66 Prozent derjenigen wahlberechtigten Deutschen, die bei der Bundestagswahl 2017 CDU/CSU gewählt haben, als gut befunden. Unter FDP-Wählern sagen dies 3 von 5 (61 Prozent). Auch die Mehrheit der AfD-Wähler würde die Einführung befürworten (58 Prozent). Am seltensten bewerten die Wähler der Grünen eine Einführung des „Deutschlandjahres“ als gut (49 Prozent). Bei ihnen ist auch die größte Ablehnung zu erkennen: 37 Prozent bewerten eine mögliche Einführung als schlecht (vs. 23 Prozent der CDU-/CSU-Wähler).

Deutschlandjahr

Männer vertrauen seltener auf die Bundeswehr im Verteidigungsfall

Nur drei von zehn Deutschen (31 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass die Bundeswehr in der Lage sei, im Verteidigungsfall ihren Aufgaben gerecht zu werden. Knapp die Hälfte (47 Prozent) jedoch stimmt dem nicht zu. Der Geschlechtervergleich zeigt, dass das Vertrauen der Männer in die Verteidigung durch die Bundeswehr geringer ist: Die Mehrheit (57 Prozent) stimmt der Aussage nicht zu, die Bundeswehr könne im Verteidigungsfall ihren Aufgaben gerecht werden. Unter Frauen sagen dies nur 37 Prozent. Knapp 3 von 10 Frauen (28 Prozent) geben bei dieser Frage keine Auskunft, bei den Männern machen 15 Prozent keine Angabe.

Bundeswehr im Verteidigungsfall

Bundeswehr mit Rückhalt in der Bevölkerung, Unzufriedenheit mit der Arbeit der Verteidigungsministerin

Insgesamt genießt die Bundeswehr in der Bevölkerung mehrheitlich Rückhalt: Drei von fünf Deutschen (62 Prozent) geben an, der Bundeswehr positiv gegenüberzustehen. Mit der Arbeit von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sind die Befragten hingegen mehrheitlich unzufrieden. Die Hälfte (49 Prozent) bewertet ihre Arbeit als schlecht, 24 Prozent als gut. Unter den Wählern der vergangenen Bundestagswahl 2017 bewerten 39 Prozent der CDU/CSU-Wähler ihre Arbeit als gut. Ein Drittel (33 Prozent) der Grünen-Wähler macht dieselbe Aussage, sowie jeweils 27 Prozent der SPD- und der FDP-Wähler. Unter den Wählern der Linken machen unterstützen 22 Prozent ihre Arbeit. Nur 6 Prozent der AfD-Wähler schätzen die Arbeit von Annegret Kramp-Karrenbauer als gut ein.

Bewertung Kramp-Karrenbauer

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2.024 Deutsche zwischen dem 7. und 9. Juli 2020 mittels standardisierter Online-Interviews befragt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Foto: dpa

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