Internationaler YouGov COVID-19-Tracker: Update Mitte April

Internationaler YouGov COVID-19-Tracker: Update Mitte April

Indonesien zeigt herausstechende Ergebnisse

Weiterhin hat COVID-19 die Welt fest im Griff. Wie reagiert die weltweite Bevölkerung auf das Virus und die Maßnahmen gegen dessen Ausbreitung? Indonesien sticht Mitte April am meisten heraus. Obwohl das Land seit der letzten Umfrage groß angelegte Ausgangssperren angeordnet hat, scheint die Haltung gegenüber der Krise mittlerweile entspannter zu werden. Besonders auffällig ist der Anteil jener Menschen, die angeben, sehr oder eher große Angst zu haben, sich mit dem Coronavirus anzustecken: Seit der letzten Umfrage ist er um 10 Prozentpunkte auf 75 Prozent gesunken. Hinzu kommt, dass die Indonesier derzeit mit geringerer Wahrscheinlichkeit Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Der deutlichste Unterschied zu den restlichen Ländern zeigt sich darin, dass die Zahl jener Indonesier, die den physischen Kontakt mit Touristen vermeiden, von 63 Prozent auf 48 Prozent gesunken ist.
27 Prozent vermeiden es, rohes oder ungekochtes Fleisch zu essen (vs. 37 Prozent der Vorwoche), 55 Prozent vermeiden es, zur Arbeit zu gehen (vs. 63 Prozent der Vorwoche) und nur 77 Prozent vermeiden überfüllte öffentliche Plätze. Letzte Woche sagten dies 84 Prozent.

Die Angst steigt am schnellsten in Japan und Schweden

Bei der Angst der Bevölkerung gab es in Japan und Schweden Mitte April die größten Zuwächse: Im Vergleich zur Vorwoche ist ein Anstieg von 15 bzw. 16 Prozentpunkte zu verzeichnen. Im Fall Japans erhöht sich die Zahl jener Menschen, die Angst vor einer Ansteckung haben, auf 85 Prozent und damit auf den dritthöchsten Stand unter den untersuchten Ländern. Die Schweden waren zuvor von allen Nationen am wenigsten wegen des Virus besorgt und gehören trotz des starken Anstiegs mit 47 Prozent immer noch zu den fünf Schlusslichtern.

 

Auch in Dänemark (Anstieg um 11 Prozentpunkte auf 53 Prozent) und Mexiko (Anstieg um 10 Prozentpunkte auf 45 Prozent) war ein deutlicher Anstieg hinsichtlich der Angst zu verzeichnen.

Neben der bereits erwähnten sinkenden Angst in Indonesien haben auch die Norweger weniger Angst davor, sich mit dem Virus anzustecken, und fielen von 48 Prozent auf 38 Prozent zurück.

Persönliches Verhalten ändert sich

Besonders große Verhaltensänderungen gab es in Finnland. Dort stieg die Zahl jener Menschen, die Menschenmassen meiden, um 11 Prozentpunkte auf 79 Prozent. Der Anteil der Japaner, die angaben, überfüllte öffentliche Plätze zu meiden, stieg um 10 Prozentpunkte auf 74 Prozent (wobei die Umfrage vor dem Ausrufen des Notstands in Japan am 7. April durchgeführt wurde, was eine teilweise Abriegelung bedeutete).

 

Um jeweils 13 Prozentpunkte stiegen in Dänemark die Zahlen jener Personen, die ihre persönliche Hygiene verbesserten (auf 83 Prozent) sowie solcher, die auf das Berühren von Gegenständen in der Öffentlichkeit verzichten (auf 59 Prozent). Die Zahl der Vietnamesen, die es vermeiden zur Arbeit zu gehen, stieg um 15 Prozentpunkte 53 Prozent. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ging die Zahl der Personen, die der Arbeit fernbleiben, deutlich zurück (um 11 Prozentpunkte auf 33 Prozent); dasselbe gilt in geringerem Maße für Saudi-Arabien (um 7 Prozentpunkte auf 43 Prozent). Jene Saudi-Araber, die angaben, ihre Kinder nicht mehr in die Kinderbetreuung oder Schule zu schicken, sank von 52 Prozent auf 37 Prozent.

Singapurer unterstützen zunehmend die Quarantänemaßnahmen der Regierung

In Singapur gab es einen starken Anstieg unter jenen Menschen, die sich derzeit für weitergehende Quarantänemaßnahmen aussprechen. Das lässt sich wahrscheinlich auf die zunehmende Zahl von Menschen zurückführen, die Angst haben, sich mit der Krankheit anzustecken (Anstieg um 6 Prozentpunkte auf 73 Prozent).

 

Der Anteil der Singapurer, welche die Quarantäne jener Orte, an denen sich infizierte Person aufgehalten haben, befürworten, ist von 30 Prozent auf 46 Prozent gestiegen.  Und die Zahl derer, welche Quarantäne von Personen, die mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen sind, befürworten, ist von 67 Prozent auf 79 Prozent gestiegen. In beiden Punkten stellt dies den höchsten Grad an Befürwortung für diese Maßnahmen dar, der bisher in Singapur verzeichnet wurde.

Unser globaler COVID-19-Tracker untersucht Ansichten und Verhaltensweisen von wöchentlich über 25.000 Menschen auf der ganzen Welt in Zeiten der Krise. Die globalen Ergebnisse sind auf Englisch hier verfügbar.

YouGov bietet eine sich laufend aktualisierende Übersichtsseite mit Umfrage-Ergebnissen und Daten rund um das Coronavirus an. Die Seite kann hier eingesehen werden: https://yougov.de/coronavirus_ergebnisse_update

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