Für Sodastream sprudelt es gerade so richtig

Für Sodastream sprudelt es gerade so richtig

Der US-amerikanische Getränkehersteller Pepsico will Sodastream übernehmen. Vermutlich wäre er froh, wenn es für die Sprudler-Marke überall so laufen würde wie in Deutschland.

Mit Sticheleien gegen Pepsi wird Sodastream wohl aufhören müssen – denn die beiden Unternehmen gehören in Zukunft zusammen. Pepsico hat angekündigt, den israelischen Wassersprudler-Produzenten Sodastream für 3,2 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der Deal soll 2019 abgeschlossen sein.

Pepsico kauft sich damit ein innovatives Unternehmen ins eigene Portfolio – vor allem eins, das Menschen Möglichkeiten verschafft, ihr eigenes Getränk nach ihrem individuellen Geschmack zu mischen. Das kann Pepsico generell nicht schaden, denn in den vergangenen Jahren haben die US-Amerikaner weniger Lust auf Limonaden – auch aus Sorge um ihre Gesundheit durch zu hohen Zuckerkonsum. Der YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt: Auch in Japan und sogar im Cola-verrückten Brasilien sinkt das Interesse an Pepsi.

Interesse an Sodastream in Deutschland steigt

Pepsico wird Sodastream in den USA erst noch weiterentwickeln müssen, bevor die Marke auch dort zum großen Erfolg wird. Nur die wenigsten US-Haushalte haben schon einen Sprudler in der Küche stehen. Sodastream ist vor allem in Westeuropa erfolgreich, besonders in Deutschland. Hier hat sich der Sprudler vor allem im laufenden Jahr gut verkauft: Zwölf Prozent aller Deutschen haben sich einen Sodastream zugelegt, das sind so viele wie noch nie, seit Sodastream 2017 in den BrandIndex aufgenommen wurde.

Die wochenlang anhaltenden hohen Temperaturen werden ihren Teil dazu beigetragen haben. Aber auch unabhängig davon: Das Interesse an Sodastream steigt seit Mitte 2017 kontinuierlich, auch die Kundenzufriedenheit nimmt tendenziell zu.

Pepsico hat mit Sodastream ein erfolgreiches Produkt gekauft, das in Europa funktioniert. In Deutschland wirbt Sodastream bei den Verbrauchern bisher damit, Wasserkosten zu sparen und weniger Kisten tragen zu müssen. Das Werbekonzept scheint aufzugehen: Aktuell geben 28 Prozent aller Markenkenner in Deutschland an, kürzlich Werbung von Sodastream wahrgenommen zu haben. Das ist ein sehr hoher Wert. Sodastream erreicht mit der Werbung damit mehr der jeweiligen Markenkenner als die ebenfalls in Sachen Werbung aktiven Marken Nespresso, Dyson und Senseo. Auch sprechen viele mit ihren Freunden und Bekannten über Sodastream. Noch mehr motivieren nur Thermomix und Samsung die jeweiligen Kenner, sich mit anderen über die Marke zu unterhalten.

USA: Interesse an Mineralwasser boomt

Dass die richtige Ansprache für Sodastream zum Erfolg werden kann, zeigt die Entwicklung in Deutschland. Pepsico könnte davon womöglich einiges für die USA adaptieren – denn dort boomt zurzeit das Geschäft mit Mineralwasser. Ebenfalls wichtig zu wissen: Das größte Interesse an einem Sodastream in Deutschland haben die jüngeren Verbraucher bis 30 Jahre, was auf eine gewisse Zukunftsfähigkeit des Produktes hinweist. Marktpotenzial gibt es: In den USA haben kürzlich fast 30 Prozent  aller Verbraucher ein Coca-Cola-Produkt gekauft, in Brasilien sind es sogar 62 Prozent. Pepsico hat mit Sodastream jetzt (neben Pepsi, Gatorade und vielen mehr) noch eine Marke im Rennen, um den ein oder anderen Softdrink-Liebhaber zu überzeugen.

So erschienen auf WirtschaftsWoche Online. 

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