Drei Viertel halten baldigen Grexit für unwahrscheinlich

Drei Viertel halten baldigen Grexit für unwahrscheinlich
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Im Schatten der Flüchtlingssituation würden sich immer weniger Deutsche für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone aussprechen. Für wahrscheinlich hält den nur noch jeder Sechste.

"Wir haben das politische Ziel, dass Griechenland natürlich im Euroraum bleibt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem Jahr auf dem Höhepunkt der Griechenlandkrise. Athen brauchte damals dringend Geld, die Staatschefs der anderen Euro-Länder wollten erst Reformen sehen. Jetzt, ein Jahr später, spricht kaum noch jemand von einem „Grexit“, einem Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone.

Und auch in der deutschen Bevölkerung wäre mittlerweile nur noch eine Minderheit dafür. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Dabei gab nur noch jeder dritte Befragte (33 Prozent) an, er würde es vorziehen, wenn Griechenland die Eurozone verlässt. 49 Prozent wären gegen einen Grexit. Der Anteil der Grexit-Befürworter war seit September 2015 gefallen. Noch im August hatten sich zuvor 56 Prozent für einen Grexit ausgesprochen.

Noch deutlicher ist der Unterschied zur Hochzeit der Griechenlandkrise, wenn man auf die Wahrscheinlichkeit eines Grexits schaut. Denn während im Sommer bis zu 61 Prozent der Befragten mit einem Ausstieg innerhalb von sechs Monaten rechneten, tun dies jetzt nur noch 16 Prozent. Drei von vier Befragten (73 Prozent) halten einen baldigen Grexit für unwahrscheinlich.

Anfang März waren die Euro-Finanzminister übrigens wieder in Athen, wieder ging es auch um die kriselnde Wirtschaft in Griechenland. Doch auch weil insbesondere die deutsche Politik bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation auf Griechenland zählt, scheint eine neue Grexit-Debatte in weiter Ferne. Im Gegenteil: Man wolle, so heißt es aus Berlin, Griechenland bei den geforderten Reformen entgegenkommen.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden zuletzt 1398 Personen im Zeitraum vom 11. bis 15. März 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Thanassis Stavrakis/AP/Press Association Images

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