Flüchtlinge: Hilfsbereitschaft der Deutschen sinkt

Flüchtlinge: Hilfsbereitschaft der Deutschen sinkt
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Jeder fünfte Deutsche hat bislang etwas unternommen, um Flüchtlingen zu helfen. Doch die Hilfsbereitschaft sinkt.

Hunderttausende Flüchtlinge haben in diesem Jahr schon Deutschland erreicht. Das Thema überstrahlt derzeit die meisten anderen in der öffentlichen Wahrnehmung. Millionen von Deutschen haben etwas für Flüchtlinge gespendet oder sie unterstützt. Doch die Hilfsbereitschaft scheint eine Grenze erreicht zu haben.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die im September schon einmal durchgeführt worden war. Zwar haben demnach mit 21 Prozent etwas mehr Menschen als im September (18 Prozent) bislang etwas unternommen, um Flüchtlinge in Deutschland zu unterstützen. Doch von denen, die bisher noch nichts unternommen haben, haben mehr dies auch in Zukunft nicht vor. Und da der Anteil derer, die noch nichts unternommen haben, sogar höher ist als vor zwei Monaten (62 statt 59 Prozent), liegt es nahe, dass sich manch einer, der eigentlich helfen wollte, umentschieden hat.

Doch was hält die Menschen davon ab, Flüchtlinge zu unterstützen? 22 Prozent derer, die bislang nicht helfen und es auch nicht fest vorhaben, sagen, sie wollten einfach Flüchtlingen nicht helfen, 12 Prozent wissen nicht, wie sie helfen können. Der wichtigste Grund ist aber ein anderer: Knapp jeder dritte Befragte in dieser Gruppe (31 Prozent) sagt, der Staat unternehme schon genug für Flüchtlinge.

Jene Befragten, die Flüchtlinge schon unterstützt haben, haben dies übrigens vor allem auf eine Art getan: Durch Sachspenden. 72 Prozent von ihnen geben an, Gegenstände wie zum Beispiel Kleidung gespendet zu haben – deutlich mehr als sich zum Beispiel aktiv um Flüchtlinge gekümmert haben (28 Prozent) oder gar einen oder mehrere Flüchtlinge aufgenommen haben (je 2 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden für die Deutsche Presse-Agentur 2019 Personen im Zeitraum vom 9. bis 11. November 2015 repräsentativ befragt.

Foto: dpa

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