Mehrheit für Kopftuchverbot für Lehrerinnen

Mehrheit für Kopftuchverbot für Lehrerinnen
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Muslimische Lehrerinnen sollen nach dem Willen der Bevölkerung kein Kopftuch in der Schule tragen dürfen. Anders sieht das bei christlichen Lehrerinnen und Kreuzen aus.

Die Bundesländer dürfen in ihren Schulgesetzen muslimischen Lehrerinnen nicht mehr pauschal verbieten, ein Kopftuch zu tragen. Das hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden. Ein Kopftuchverbot an Schulen ist demnach nur gerechtfertigt, wenn durch das Tragen eine "hinreichend konkrete Gefahr" für den Schulfrieden ausgeht.

Dennoch würde mehr als die Hälfte der Deutschen das Kopftuchverbot gerne behalten. In einer aktuellen YouGov-Umfrage sprechen sich 54 Prozent dagegen aus, dass muslimischen Lehrerinnen das Tragen eines Kopftuchs erlaubt werden sollte. Nur jeder Dritte (34 Prozent) sprach sich für eine Erlaubnis aus.

Der Anteil derer, die für oder gegen ein Kopftuchverbot sind, ist dabei unter anderem abhängig von der Parteipräferenz. So ist unter den Anhängern der Union nur jeder Vierte (24 Prozent) dafür, dass Kopftücher erlaubt sein sollten. Zwei von drei Unionswählern (66 Prozent) sind dagegen. Umgekehrt ist das Verhältnis bei den Anhängern der Grünen. Dort gibt es sogar eine Mehrheit für eine Erlaubnis: 54 Prozent sind dafür, 34 Prozent dagegen.

Das Kopftuch ist ein religiöses Symbol – darin sind sich Befürworter und Gegner eines Verbotes einig. Ein religiöses Symbol ist auch ein offen getragenes Kreuz – etwa an einer Kette – bei einer christlichen Lehrerin oder einem christlichen Lehrer.

Doch ein solches Kreuz erregt die Gemüter in Deutschland kaum: Weniger als jeder Fünfte (19 Prozent) würde gerne das Tragen von Kreuzen verbieten, 71 Prozent sind dafür, es zu erlauben. Und im Gegensatz zum Kopftuchstreit sind sich alle Wählergruppen einig: Unions- und Grünenwähler lehnen ein Verbot zu jeweils drei Vierteln (75 Prozent) ab, Anhänger von SPD und Linkspartei zu jeweils 70 Prozent.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.027 Personen im Zeitraum vom 16.03. bis 19.03.2015 repräsentativ befragt.

Fotos: dpa / Heri Juanda/AP/Press Association Images (Umfragebild)

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