YouGov-Zielgruppenanalyse (Februar 2026) über die Zuschauer des Dschungelcamps 2026 - ihr demografisches Profil, ihre Vorlieben und Einstellungen
Die diesjährige Phase aus Dschungelprüfungen, Sternenjagden und Lagerfeuerdramen ist vorbei. Am Sonntag, den 08.02.2026, fand Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! sein großes Finale – und bestätigte einmal mehr seine Zugkraft: Das Format glänzte erneut mit starken Quoten und brachte Zuschauer in ganz Deutschland zuverlässig vor den Bildschirm.
Auch eine aktuelle Umfrage von YouGov Surveys mit 15.231 Teilnehmern unterstreicht diese Reichweite: Rund ein Viertel der Bevölkerung (24 Prozent) hat in die diesjährige Staffel mindestens einmal eingeschaltet. 14 Prozent die Staffel sogar regelmäßig verfolgt und mindestens fünf Folgen gesehen – diese Gruppe bezeichnen wir im Folgenden als „regelmäßige Zuschauer“. Doch wer verbirgt sich hinter den Zuschauern, die dieses Jahr besonders regelmäßig dabei waren?
Auf Basis der Daten des Zielgruppensegmentierungstool YouGov Profiles wurde diese Gruppe genauer analysiert. Die Ergebnisse zeigen ein Profil, das aus Marketingsicht weit über die reine Reichweite hinausgeht und eine Zielgruppe sichtbar macht, die für Werbetreibende besonders relevant ist.
Soziodemografisches Profil der regelmäßigen Zuschauer
Die Zusammensetzung der regelmäßigen Zuschauer weicht in mehreren Punkten vom Gesamtbild der deutschen Bevölkerung ab. Frauen sind mit 58 Prozent (vs. 51 Prozent Bevölkerung) etwas häufiger vertreten, ebenso wie Personen zwischen 25 und 44 Jahren (38 vs. 32 Prozent Bevölkerung). Sie arbeiten häufiger in Vollzeit (50 vs. 45 Prozent Bevölkerung) und leben überdurchschnittlich oft in Haushalten mit Kindern (29 vs. 22 Prozent Bevölkerung). Rund ein Drittel (jeweils 31 Prozent) der regelmäßigen Zuschauer halten Hunde oder Katzen, während diese Werte in der Bevölkerung bei 23 bzw. 25 Prozent liegen. Trotz ihrer hohen Erwerbsquote berichten viele, dass ihr Einkommen meist gerade die Ausgaben deckt (32 vs. 28 Prozent). Umso wichtiger sind für sie bewusste Genussmomente und Unterhaltung als Ausgleich im Alltag.
Aktiv und gesellig – aber mit Sinn für Rückzug
In ihrer Freizeit bewegen sich regelmäßige Dschungelcamp-Zuschauer in einem Spannungsfeld zwischen Rückzug und Aktivität. Sie bevorzugen häufiger als die Gesamtbevölkerung Hobbys, die sie allein ausüben können (62 vs. 56 Prozent), fühlen sich gleichzeitig aber wohler in sozialen Situationen (50 vs. 47 Prozent). Entsprechend geben sie deutlich häufiger an, in ihrer Freizeit gezielt soziale Kontakte zu pflegen (55 vs. 45 Prozent Bevölkerung) und legen auch mehr Wert auf persönliches Vergnügen (64 vs. 59 Prozent).
Auch ihr Ausgeh- und Freizeitverhalten spiegelt diese Muster wider: Sie besuchen öfter Restaurants (50 vs. 47 Prozent), Einkaufszentren (45 vs. 39 Prozent) und Freizeitparks (21 vs. 15 Prozent) als die Gesamtbevölkerung. Regelmäßige Zuschauer interessieren sich häufiger für Sport und Mode (jeweils 35 vs. 27 bzw. 24 Prozent Bevölkerung), und auch Brettspiele (30 vs. 23 Prozent Bevölkerung) sowie Videospiele (28 vs. 23 Prozent Bevölkerung) sind bei ihnen stärker vertreten.
Eine medienstarke Gruppe, die Reality‑Inhalte bevorzugt und lineares TV weiterhin relevant findet
Besonders markant ist jedoch die Mediennutzung. Regelmäßige Zuschauer sind echte Entertainment-Fans: Sie konsumieren deutlich mehr Fernsehen, nutzen häufiger Streaming-Dienste und weisen eine generell starke Vorliebe für Reality-TV-Formate auf. Bemerkenswert ist auch ihre Haltung gegenüber modernen Medientrends. Während die Bevölkerung Formate mit großem „Hype“ skeptisch betrachtet, zeigt sich diese Zielgruppe deutlich offener (43 vs. 50 Prozent). Auch das lineare Fernsehen wird von dieser Zielgruppe deutlich weniger infrage gestellt: 44 Prozent widersprechen der Aussage, dass lineares Fernsehen der Vergangenheit angehört (vs. 36 Prozent Bevölkerung). Regelmäßige Zuschauer sind also nicht nur leicht zu erreichen – sie sind auch empfänglich für Inhalte des klassischen Fernsehens.
Werbung, die wirkt – eine Zielgruppe mit hoher Aktivierungsbereitschaft
Die starke Medienaffinität der regelmäßigen Zuschauer spiegelt sich direkt in ihrer Haltung gegenüber Werbung wider. Werbebotschaften treffen bei ihnen auf eine ungewöhnlich hohe Offenheit. Fast die Hälfte dieser Gruppe erwartet, dass Werbung sie aktiv unterhält (46 vs. 38 Prozent Bevölkerung). Gleichzeitig recherchieren deutlich mehr von ihnen Produkte aus der Werbung direkt während des Fernsehens im Internet (37 vs. 26 Prozent Bevölkerung). Rund ein Drittel der regelmäßigen Zuschauer gibt außerdem an, dass Werbung ihnen konkret hilft, Kaufentscheidungen zu treffen (35 vs. 25 Prozent Bevölkerung).
Auch die Art der Werbung spielt für sie eine Rolle. Spots mit ihren Lieblingsstars stoßen auf wesentlich mehr Zustimmung als in der Gesamtbevölkerung (32 vs. 22 Prozent). Damit ist die Kombination aus Stars und Werbebotschaften, wie sie das Dschungelcamp prägt, für diese Zielgruppe besonders anschlussfähig. Ebenso schätzen sie Werbung, die „echte“ Menschen zeigt – ein Ansatz, der von 57 Prozent unterstützt wird (vs. 50 Prozent Bevölkerung). Insgesamt zeigt sich eine Zielgruppe, die Werbung nicht nur akzeptiert, sondern sich aktiv davon inspirieren lässt. Damit gehören die regelmäßigen Dschungelcamp-Zuschauer zu den besonders gut erreichbaren und aktivierbaren Konsumentengruppen im TV‑Umfeld.
Naschen, gönnen, genießen: Essen als emotionaler Fixpunkt
Mit Werbepartnern wie Maggi, Zott Monte oder McDonald‘s setzt das Dschungelcamp – trotz, oder vielleicht gerade wegen seiner berühmt-berüchtigten Ekelprüfungen – auf einen starken Food‑Fokus. Ein Blick auf die regelmäßigen Zuschauer zeigt, wie treffsicher diese Platzierung ist: Für viele von ihnen spielt Essen eine besonders wichtige Rolle im Alltag. 15 Prozent gehen sogar so weit zu sagen, dass „Essen eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben ist“, während dieser Wert in der Bevölkerung bei 12 Prozent liegt.
Snacks, Süßwaren und Convenience-Produkte sind bei den regelmäßigen Zuschauern überdurchschnittlich verbreitet. Sie bestellen häufiger Essen zum Mitnehmen (28 vs. 21 Prozent Bevölkerung), gönnen sich bewusst ungesunde Optionen (49 vs. 40 Prozent Bevölkerung) und neigen stärker zu Impulskäufen im Süßwarenbereich (47 vs. 39 Prozent Bevölkerung). Besonders ausgeprägt ist auch ihr Verhältnis zu Snacks und Süßwaren. Für viele regelmäßige Zuschauer ist Naschen ein emotionaler Wohlfühlmoment: 64 Prozent geben an, dass Naschen sie glücklich macht (vs. 55 Bevölkerung). Und für ein gutes Drittel (33 Prozent) ist Fernsehen ohne Snacks kaum vorstellbar, während dieser Wert in der Gesamtbevölkerung bei lediglich 23 Prozent liegt. Damit passt der Food‑Fokus des Dschungelcamps nicht nur zum Format selbst, sondern steht in einem deutlichen Zusammenhang mit den Genussgewohnheiten der regelmäßigen Zuschauer.
Höhere Markenaffinität im Lebensmittelbereich
Ihre Lebensmittel‑Affinität zeigt sich nicht nur im Konsumverhalten, sondern auch eindeutig in ihrer Markenwahl. Viele bekannte Lebensmittel- und Süßwarenmarken werden von regelmäßigen Zuschauern deutlich häufiger in Betracht gezogen als von der Gesamtbevölkerung. Für Marken wie Maggi und Iglo liegt die Consideration unter den regelmäßigen Zuschauern bei jeweils 51 Prozent, während sie in der Gesamtbevölkerung 43 bzw. 47 Prozent erreicht.
Ähnlich fällt das Bild bei Süßwarenmarken aus. Haribo kommt bei den regelmäßigen Zuschauern auf 49 Prozent (vs. 44 Prozent Bevölkerung), Milka auf 35 Prozent (vs. 28 Prozent Bevölkerung). Über viele relevante Marken hinweg zeigt sich derselbe Trend: Der Anteil jener, die die jeweilige Marke aktiv in Betracht ziehen, ist bei den regelmäßigen Dschungelcamp-Schauern durchgängig höher. Besonders auffällig ist der Unterschied bei McDonald’s: Während in der Gesamtbevölkerung rund 31 Prozent die Marke in Betracht ziehen, liegt der Wert unter den regelmäßigen Zuschauern bei 40 Prozent – ein klarer Hinweis auf ihre höhere Affinität zu Convenience- und Genussangeboten und zugleich ein Beispiel dafür, wie gut Marken wie McDonald’s oder Maggi mit ihren Kampagnen im Umfeld des Dschungelcamps auf die Vorlieben dieser Zuschauer abgestimmt sind.
Wo Reichweite auf Resonanz trifft: Das Potenzial der regelmäßigen Dschungelcamp-Zuschauer
All diese Merkmale machen die regelmäßigen Zuschauer zu einer Zielgruppe, die weit mehr ist als nur klassische „Reality‑TV‑Fans“. Sie sind sehr engagierte Mediennutzer, offen gegenüber Marken und Werbung, und suchen aktiv nach Entertainment, das sie anspricht. Gleichzeitig reagieren sie stärker als der Durchschnitt auf Food‑ und Genusswelten – sowohl im Konsumverhalten als auch in der Markenwahl. Damit bietet das Dschungelcamp nicht nur ein unterhaltsames TV‑Erlebnis, sondern auch ein Umfeld, das Reichweite mit klarer Resonanz verbindet und eine Zielgruppe erreicht, die offen für Markenimpulse ist.
Methode:
Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf einer Frage des Tages, sowie auf Daten aus dem Zielgruppensegmentierungstool YouGov Profiles und dem Markenmonitor YouGov BrandIndex.
YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 08. Februar 2026.
YouGov BrandIndex erfasst täglich die Verbraucherwahrnehmung von mehr als 1.500 Marken in Deutschland anhand 16 Metriken. Die Ergebnisse basieren auf Online-Umfragen mit registrierten Panelteilnehmern. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.
Dieser Artikel ist als Gastbeitrag auf den Seiten von HORIZONT erschienen.
Foto: Pascal Bünning/RTL/dpa









