Neue Daten aus dem YouGov Shopper Panel zeigen: Bio-Produkte legen 2025 sowohl beim Umsatz als auch bei der Absatzmenge deutlich zu. Zudem lassen sich heterogene Käufergruppen identifizieren, deren Kaufmotive deutlich variieren.
Nürnberg, 05. Februar 2026 – Bio hat sich im deutschen Lebensmittelmarkt fest etabliert. Aktuelle Zahlen aus dem YouGov Shopper Panel zeigen: Im Schnitt kaufen die deutschen Haushalte fast 60-mal im Jahr mindestens ein Bio-Produkt (Lebensmittel und Getränke) und damit häufiger als noch im Jahr 2022. Parallel dazu ist der Umsatz mit Bioprodukten im zwölfmonatigen Betrachtungszeitraum bis einschließlich November 2025 um 7,7 Prozent gestiegen. Auch die verkaufte Menge an Bioprodukten legt zu.
„Unsere Daten belegen deutlich, dass Bio längst kein Nischenphänomen mehr ist.“, sagt Petra Süptitz, Director Insights & Future Growth bei YouGov. „Bemerkenswert ist, dass die Menschen mehr Bioprodukte kaufen – trotz wirtschaftlicher Sorgen und großer Preissensibilität.“
Bio wächst über verschiedene Kanäle: Discounter vorn, Fachhandel zurück auf Kurs
Discounter halten den größten Anteil am Bio-Umsatz und sind damit der wichtigste Kanal. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen aktuell jedoch Drogeriemärkte, die ihr Bio-Sortiment kontinuierlich ausbauen, sowie Vollsortimenter im Lebensmitteleinzelhandel. Auch der Bio-Fachhandel kehrt nach schwierigen Jahren wieder auf einen Wachstumspfad zurück.
Auf Markenebene konnten in den vergangenen Jahren vor allem Bio-Handelsmarken wachsen. Im Jahr 2025 legen erstmals auch wieder Bio-Markenprodukte zu, wenn auch mit einem vergleichsweise schwächeren Wachstum.
Bio-Zielgruppen im Detail: Ein Blick durch die Sinus-Milieus
„Durch die Integration der Sinus-Milieus in unsere YouGov Shopper-Daten können wir Kaufverhalten differenziert nach Lebenswelten und Wertorientierungen analysieren. So wird sichtbar, wer Bio-Produkte kauft – und aus welchen Motiven heraus“, kommentiert Süptitz.
Das Postmaterielle Milieu ist die wichtigste Zielgruppe für Bio-Produkte. Hierbei handelt es sich um engagiert-souveräne Bildungsbürger, die sich für eine gerechtere, nachhaltigere Gesellschaft einsetzen und bewusst konsumieren. Dieses Milieu erzielt die höchsten Bio-Umsätze und -Absätze und kauft überdurchschnittlich häufig im Bio-Fachhandel und in Drogeriemärkten. Bio ist hier Ausdruck von Haltung, getragen von werte- und sinnbasierten Motiven wie Nachhaltigkeit, Umweltverantwortung, Regionalität und einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis.
Auch die Performer, Verfechter von Leistung und Fortschritt, zählen zu den relevanten Bio-Käufern. Der Bio-Anteil an ihren FMCG-Ausgaben liegt über dem Durchschnitt, Bio-Marken spielen für sie eine wichtige Rolle. Ihre Motivation ist stärker leistungs- und statusorientiert: Bio steht für Premium-Qualität, guten Geschmack und eine gesunde, leistungsfördernde Ernährung. Sie können sich Bio-Produkte leisten und zeigen das auch.
Das junge Expeditive Milieu, kreativ-weltoffene Menschen mit einem ausgeprägten Zukunftsoptimismus und einem hohen Maß an Experimentierfreude, weist ebenfalls einen überdurchschnittlichen Bio-Anteil auf. Entscheidend sind Innovationsgrad, Storytelling und das „richtige Bio“ – etwa durch neue Herstellungsverfahren, internationale Food-Trends oder Konzepte wie regenerative Landwirtschaft.
Aber auch das Traditionelle Milieu ist für Bio-Anbieter relevant. Sie kochen vorwiegend zu Hause und haben daher insgesamt hohe FMCG-Ausgaben. Deshalb liegt auch die Einkaufsmenge von Bioprodukten pro Käuferhaushalt über dem Durchschnitt, gleichzeitig ist die Zielgruppe stark preisbewusst und kauft günstigere Bioprodukte. Das Traditionelle Milieu ist bodenständig, sicherheitsorientiert und schätzt das Bewährte. Deshalb wird Bio vor allem aus Gründen von Regionalität, Vertrauen in lokale Hersteller, Gesundheit und dem Wunsch nach unbelasteten Lebensmitteln gekauft.
Heterogene Motive erfordern differenzierte Strategien
Die Ergebnisse zeigen: Den einen Bio-Käufer gibt es nicht. Bio erfüllt je nach Milieu und Zielgruppe sehr unterschiedliche Funktionen – von Werteausdruck über Lifestyle- und Performance-Aspekte bis hin zu Vertrauen und regionaler Versorgung. „Bio spielt je nach Lebenswelt eine ganz unterschiedliche Rolle – als Ausdruck von Haltung, als Premium- und Statusprodukt oder als vertrauenswürdige Wahl für den Alltag“, fasst Petra Süptitz zusammen. „Erfolgreich sind diejenigen Anbieter, die diese Unterschiede verstehen und Sortiment, Preisgestaltung und Kommunikation konsequent darauf ausrichten.“
Datengrundlage
Die Daten stammen aus dem YouGov Shopper Panel. Das SINUS-Institut und YouGov Shopper haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um das Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung in verschiedenen Märkten präzise und differenziert abbilden zu können. Seit März 2025 sind milieuspezifische Analysen des faktischen Kauf- und Nutzungsverhaltens der deutschen Privathaushalte möglich. „Die Verknüpfung von realem Kaufverhalten mit den Sinus-Milieus ermöglicht ein besonders tiefes Verständnis dafür, wie Werte, Lebenswelten und Konsumentscheidungen konkret zusammenwirken“, betont Jan Hecht, Director Research & Consulting beim SINUS-Institut.
Pressekontakt
Für YouGov Shopper: FleishmanHillard, Naomi Lahner | yougov.dach@fleishman.com








