Mehrheit mit eigener Wahlentscheidung zufrieden, einem Drittel ist sie schwergefallen

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Im Nachgang der Bundestagswahl 2021 veröffentlicht YouGov die Ergebnisse der Nachwahlbefragung

Köln, 10.11.2021. Ende September wurde in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Rund ein Drittel (34 Prozent) der wahlberechtigten Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gibt an, dass ihnen die Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl im September dieses Jahres (eher) schwergefallen sei. Vor allem Wählerinnen und Wähler, die sich schlussendlich für die CDU/CSU oder für die FDP entschieden haben, fiel die Entscheidung schwer (CDU/CSU-Wähler: 43 Prozent, FDP-Wähler: 41 Prozent).

(Eher) leicht fiel die Wahlentscheidung insgesamt 64 Prozent der Befragten. Am leichtesten fiel die Entscheidung dabei Wählern der AfD (79 Prozent) und der Grünen (71 Prozent). Grundsätzlich leichter fiel die Entscheidung auch männlichen Wählern: 71 Prozent geben an, die Entscheidung sei für sie leicht gewesen, wogegen nur 56 Prozent der Frauen diese Aussage teilen.

Das ist das Ergebnis der YouGov-Nachwahlbefragung im Nachgang der Bundestagswahl 2021, für die 3.576 wahlberechtigte Umfrageteilnehmer zwischen dem 27.09. und 11.10.2021 befragt wurden.

Große Mehrheit bereut Wahlentscheidung nicht

Auch wenn die Entscheidung einem Teil der Wähler eher schwerfiel, ist die Mehrheit der wahlberechtigten Bundesbürger im Rückblick zufrieden mit ihrer Wahlentscheidung: Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) geben an, ihre Entscheidung nicht zu bereuen. Nur 7 Prozent sind mit ihrer Wahlentscheidung nicht zufrieden. Unter 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil derer, die mit ihrer Wahlentscheidung unzufrieden sind, etwas höher: Hier geben 15 Prozent an, ihre Wahlentscheidung zu bereuen, und nur rund acht von zehn Befragten (79 Prozent) sind mit ihrer Entscheidung zufrieden.

Unter denjenigen, die ihre Wahlentscheidung bereuen, gibt knapp ein Drittel (32 Prozent) an, die eigene Stimme im Nachhinein lieber den Sozialdemokraten gegeben zu haben. 17 Prozent hätten sich im Rückblick lieber für die Union entschieden, 15 Prozent für die FDP und 4 Prozent für die Grünen.

Ergebnisse der einzelnen Parteien oft anders als von jeweiligen Wählern erwartet

Mit Blick auf die finalen Zahlen hätte knapp die Hälfte der Befragten mit einem anderen Ergebnis für die SPD gerechnet: Mit 47 Prozent gibt knapp jeder zweite Befragte an, dass mehr Wahlberechtige als von ihnen erwartet die SPD gewählt haben. Dagegen sagen zwei von fünf Befragten (39 Prozent), dass weniger Wähler als von ihnen erwartet ihre Stimme der CDU/CSU gegeben haben. Unter Union-Wählern liegt dieser Anteil sogar bei 63 Prozent. Ebenfalls in ihrer Erwartung enttäuscht wurden jeweils knapp drei von fünf Grünen- und AfD-Wählern: Jeweils 59 Prozent geben an, dass weniger Menschen als von ihnen erwartet für ihre jeweilige Partei gestimmt haben.

37 Prozent Wechselwählerinnen und Wechselwähler bei der Bundestagswahl 2021

Insgesamt geben 37 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger an, bei der Wahl im September eine andere Partei als in der vorherigen Bundestagswahl im Jahr 2017 gewählt zu haben. Als Grund dafür nennt knapp ein Drittel (32 Prozent) dieser Wechselwählerinnen und Wechselwähler, dass die von ihnen 2017 gewählte Partei heute andere Standpunkte bei dem für sie wichtigsten Thema bei der Bundestagswahl vertritt. Weitere Gründe für die Wechselwähler sind mangelndes Vertrauen in die Partei sowie das Gefühl, dass die Partei nicht mehr die eigenen Interessen abdeckt (jeweils 30 Prozent). Rund ein Viertel (26 Prozent) der Wechselwähler haben in diesem Jahr für die SPD gestimmt. Die Liberalen konnten 17 Prozent der Wechselwähler für sich gewinnen, die Grünen 16 Prozent.

Für knapp zwei Drittel waren strategische Motive bei der Wahlentscheidung wichtig

Bei der Entscheidung für eine Partei war für die Mehrheit der Befragten vor allem das Programm der Partei im Ganzen (77 Prozent) bzw. im Hinblick auf bestimmte Themen (80 Prozent) (sehr) wichtig. Strategische Aspekte bei der Wahlentscheidung waren für knapp zwei Drittel relevant: Für 65 Prozent war es (sehr) wichtig, mit ihrer Stimme die Spitzenkandidatin bzw. den Spitzenkandidaten einer anderen Partei zu verhindern, 64 Prozent wollten ihre bevorzugte Koalition wahrscheinlicher machen. Schon immer eine bestimmte Partei gewählt zu haben, war für zwei von fünf Befragten (42 Prozent) ein (sehr) wichtiges Motiv.

Ein Viertel empfindet Sorge nach Ergebnisbekanntgabe

Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) gibt an, angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl 2021 Sorge verspürt zu haben. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) hat sich gefreut und etwas mehr als jeder Zehnte (12 Prozent) war überrascht oder verärgert (13 Prozent) über das Ergebnis.

Unter Wählern der CDU/CSU (35 Prozent), FDP (28 Prozent) und der Linken (40 Prozent) dominierte angesichts des Ergebnisses vor allem Sorge, bei SPD-Wählern hauptsächlich Freude (47 Prozent). Unter Grünen-Wählern wurde das Ergebnis mit gemischten Gefühlen aufgenommen – während knapp jeder Fünfte angab, sich gefreut zu haben (22 Prozent) oder überrascht gewesen zu sein (19 Prozent), verspürten 26 Prozent Sorge.

So blicken insgesamt auch nur 6 Prozent aller Befragten optimistisch in die Zukunft der deutschen Politik. 14 Prozent sind zumindest erwartungsvoll, und knapp jeder fünfte Befragte ist gespannt. 28 Prozent der Befragten geben an, dass sie besorgt in die Zukunft schauen. Die Besorgnis nimmt mit zunehmendem Alter zu: Während sich in der jüngsten Altersgruppe knapp ein Viertel (24 Prozent) besorgt zeigt, liegt der Anteil unter Befragten ab 50 Jahren bei knapp einem Drittel (50- bis 69-Jährige: 31 Prozent; 70 Jahre und älter: 33 Prozent).

Knapp ein Drittel der Befragten sieht die Wahl als Wendepunkt für Deutschland

Darüber, ob die Bundestagswahl 2021 einen Wendepunkt darstellt, sind sich die Befragten ebenfalls nicht einig: Knapp ein Drittel (35 Prozent) ist überzeugt, dass die Wahl einen Wendepunkt für Deutschland darstellt, ein weiteres Drittel (32 Prozent) glaubt jedoch nicht daran. Unter denen, die denken, dass die Bundestagswahl 2021 einen Wendepunkt darstellt, sind sieben von zehn Befragten (71 Prozent) überzeugt, dass die Wende (eher) positiv verlaufen wird. Jeder Fünfte denkt, dass sie (eher) negativ wird.

Die Pressegrafiken können unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden: www.yougov.de/pressegrafiken_nachwahlbefragung_bundestagswahl_2021

 

 

 

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