„Foodporn“: Vor allem Selbstgekochtes wird fotografiert

„Foodporn“: Vor allem Selbstgekochtes wird fotografiert
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Zwei von drei Deutschen haben schon einmal ihr Essen fotografiert – und jeder vierte davon hat das Ergebnis in einem sozialen Netzwerk gepostet.

Alleine beim Fotodienst Instagram, so hat die „Welt“ ermittelt, sind unter dem Hashtag #Foodporn fast 100 Millionen Bilder versammelt. Unzählige mehr dürften sich auf anderen Fotoplattformen und in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter finden.

Insgesamt knapp zwei von drei Deutschen haben schon einmal ihr Essen fotografiert. Allerdings bei weitem nicht jeder, um es öffentlich zur Schau zu stellen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach haben 43 Prozent der Deutschen schon mehrfach und weitere 18 Prozent einmal ihren Teller fotografiert, 37 Prozent geben an, das noch nie gemacht zu haben. Wenig überraschend sind vor allem die Jüngeren fleißige Essensfotografen: Von den 18- bis 29-Jährigen haben vier von fünf Befragten (83 Prozent) schon mindestens einmal ihr Essen fotografiert, bei den Über-60-Jährigen nur etwa die Hälfte (51 Prozent).

Das Geschlecht spielt übrigens kaum eine Rolle: Männer und Frauen geben zu gleichen Teilen an, dass sie ihr Essen fotografisch festgehalten haben – oder eben nicht.

Bei weitem nicht jedes Bild landet dabei dort, wo es die Öffentlichkeit sehen kann. Lediglich 26 Prozent derer, die angeben, schon mindestens einmal ein solches Foto gemacht zu haben, haben es im Anschluss in einem sozialen Netzwerk gepostet. Die meisten (62 Prozent) haben es hingegen lediglich an Freunde oder Bekannte gesendet oder denen gezeigt.

Beliebtestes Foto-Motiv dabei – und zwar in allen Altersgruppen: Selbstgekochtes. 55 Prozent aller selbsternannten Food-Fotografen haben schon einmal etwas fotografiert, was sie selbst zubereitete haben. 44 Prozent sagen dies über Essen aus einem Restaurant oder einer Imbissbude, wo das essen gut war oder zumindest so aussah. Auch das Essen auf Reisen wird gerne (32 Prozent) fotografiert. Lediglich 8 Prozent haben hingegen schon einmal ein Foto in einem Restaurant oder Imbiss gemacht, um einen Missstand zu dokumentieren.

Fragt man die Menschen in Deutschland nach ihrer Meinung zum Foodporn-Wahn, bekommt man eher gemischte Antworten: Immerhin 40 Prozent finden die vielen Essens-Fotos allgemein nervig, etwa genauso viele (43 Prozent) lassen sich von ihnen aber beim Kochen oder Einkaufen inspirieren. Und: Gut die Hälfte der Befragten sagt, dass Essens-Fotos vor allem der Selbstdarstellung dienen.

Wenig überraschend ist dabei allerdings, dass jene Befragten, die selbst Fotos von ihrem Essen machen bzw. veröffentlichen, dem Trend deutlich positiver gegenüber eingestellt sind. Von den Befragten, die selbst schon einmal ihre Essensfotos in sozialen Netzwerken gepostet haben, finden solche Fotos nur 20 Prozent allgemein nervig. 70 Prozent von ihnen sagen hingegen, dass Essens-Fotos inspirierend sind.

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Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1035 Personen im Zeitraum vom 1. bis 5. Juli 2016 repräsentativ befragt.

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