EU-Referendum: Trotz eines Kopf-an-Kopf-Rennens ist nicht mit einem „Brexit“ zu rechnen

Philipp SchneiderHead of Marketing
Juni 01, 2016, 11:43 vorm. GMT+0

  • Aktuelle Umfrage von YouGov zeigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Referendum um die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens: 40 Prozent der Briten würden für den Verbleib stimmen, 40 Prozent für einen Austritt
  • YouGov Mitgründer und CEO Stephan Shakespeare rechnet nicht mit einem „Brexit“
  • In Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden und Norwegen befürworten die Befragten einen Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU

London/Berlin/Köln, 01.06.2016. Aktuelle Ergebnisse einer Studie zum bevorstehenden Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union zeigen die Befürworter und Gegner eines Austritts mit jeweils 40 Prozent in der britischen Bevölkerung gleichauf. Das internationale Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov veröffentlichte die Zahlen gestern während der YouGov Debate 2016 zum Thema „Brexit oder Bremain – Was wird passieren und was bedeutet es für Europa?“ in Berlin. Die YouGov Debate fand in Partnerschaft mit dem Aspen Institute Germany, dem Britisch Chamber of Commerce in Germany (BCCG), der Handelsblatt Global Edition und The Guardian statt.

Stephan Shakespeare, Mitgründer und CEO von YouGov, rechnet trotz des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen den Befürwortern und Ablehnern eines EU-Austritts mit einem Verbleib Großbritanniens in der Union. „Aus unseren Erfahrungen, beispielsweise mit dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich, bräuchte das `Brexit´-Lager einen Vorsprung von 10 bis 15 Prozentpunkten um zu gewinnen, da unentschiedene Wähler tendenziell eher gegen Veränderungen stimmen.“

Im Falle eines Austritts des Vereinigten Königreiches sprechen sich 41 Prozent der befragten Briten für die Aufnahme von Gesprächen über Freihandelsabkommen mit der EU aus, bei denen finanzielle Verpflichtungen gegenüber der EU und die Freizügigkeit von EU-Bürgern in Grobbritannien ausgeschlossen sind. Für die Studie wurden zwischen dem 17. und 24. Mai 2016 insgesamt mehr als 8.000 Personen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen bevölkerungsrepräsentativ nach ihren Einstellungen zur Europäischen Union und einem möglichen Ausscheiden des Vereinigten Königreiches befragt.

„Die EU funktioniert nicht“, sagte Iain Duncan Smith MP (Conservative Party), ehemaliger Minister für Arbeit und Pensionen im Kabinett Cameron, in seiner Eröffnungsrede der YouGov Debate. „Die Menschen sind sauer, weil die EU zu einem bürokratischen Ding mutiert“, so Duncan Smith weiter.

Jens Spahn, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, sprach sich dagegen für einen Verbleib Großbritanniens aus: „Kein Land ist stark genug, um globale Probleme im Alleingang zu bewältigen.“ Dr. Katarina Barley, Generalsekretärin der SPD, mahnte zudem: „Wenn Großbritannien sich entscheidet die EU zu verlassen, kann es nicht so weiter gehen wie bisher.“ Dann könne das Land nicht weiter die Privilegien der EU genießen und die Pflichten ignorieren.

Im internationalen Vergleich sprechen sich die Bewohner der untersuchten Länder mehrheitlich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Am deutlichsten ist dies in Dänemark und Finnland der Fall. Hier sagen jeweils 56 Prozent der Befragten, dass Großbritannien in der EU bleiben sollte. Es folgen Deutschland (52 Prozent), Schweden (51 Prozent), Frankreich (42 Prozent) und Norwegen (37 Prozent). Der Anteil der Bevölkerung, der einen Austritt des Königreiches befürworten würde, liegt zwischen 18 Prozent in Finnland und 32 Prozent in Frankreich.

Danach gefragt, wie die Bewohner der untersuchten Länder bei einem Referendum über den Verbleib ihres jeweiligen Landes in der EU abstimmen würden, zeigen sich deutliche Unterschiede. Würden in Deutschland und Dänemark noch jeweils mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) im Falle eines Referendums für den Verbleib in der EU stimmen, so sind es in Schweden und Finnland nur 45 Prozent, in Frankreich noch 42 Prozent. Hier rangieren die Anteile der Befragten, die einen Austritt ihres Landes befürworten würden zwischen 29 Prozent in Dänemark und 38 Prozent in Schweden. In Deutschland würde gegenwärtig weniger als ein Drittel (29 Prozent) für einen Austritt der Bundesrepublik stimmen.

Die Ergebnisse die Studie können kostenlos unter folgendem Link, in englischer Sprache, heruntergeladen werden:

yougov.de/referendumsurvey

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