Vier von fünf Fußballfans für Einführung des Videobeweises

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Auch mit einem zusätzlichen Schiedsrichter und Zeitstrafen könnten Viele leben – nicht aber mit der Abschaffung der Abseitsregel.

Wenige Schiedsrichterpfiffe auf dem Fußballplatz sind regelmäßig so umstritten wie die, wenn der Unparteiische auf Abseits entscheidet. Schließlich geht es dabei nicht selten um gute (potentielle) Torchancen oder sogar um geschossene Tore, die zu Unrecht aberkannt werden – oder eben nicht. Bei seinem Besuch im Sport-1-Doppelpass vor einigen Wochen sprach sich der Schauspieler Til Schweiger auch deshalb für die Abschaffung der Regel aus: „Was is'n das für 'ne Scheiße mit dem Abseits“, sagte der Kinostar. „Das müssen wir abschaffen. Dann wird das Spiel viel attraktiver." Damit sorgte er vor allem für eins: Lacher.

Denn Fußballdeutschland sieht die Sache mit dem Abseits anders als Schweiger - wäre aber mit anderen Anpassungen der Fußballregeln durchaus einverstanden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage, in der insgesamt 339 nach eigenen Angaben an Fußball stark interessierte Befragte um ihre Meinung zu mehreren möglichen Regeländerungen gefragt wurden.

Viele Fans fand dabei die Einführung des Videobeweises. Vier von fünf Fußballfans (82 Prozent) würden sie befürworten, 16 Prozent wären dagegen. Auch ein zusätzlicher Schiedsrichter hätte eine knappe Mehrheit (53 zu 44 Prozent), über die Einführung von Zeitstrafen sind sich die Befragten uneins: 49 Prozent wären dafür, 47 Prozent dagegen.

Mehrheitlich abgelehnt werden hingegen neben der Abschaffung des Abseits (27 zu 69 Prozent) die Aufhebung der Begrenzung von Auswechslungen (23 zu 75 Prozent) sowie eine Verkürzung der Spielzeit (9 zu 89 Prozent).

Regelfragen werden im Fußball meist hitzig diskutiert, die Regeln haben aber in der etwa 150-jährigen Geschichte durchaus Änderungen erfahren. So durfte der Torwart bis 1912 auch außerhalb des Strafraums den Ball mit der Hand spielen, Gelbe und Rote Karten wurden sogar erst 1970 eingeführt. Die Abseitsregel stand übrigens – wenn auch in etwas anderer Form – schon in den ersten Fußballregeln 1863.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1254 Personen im Zeitraum vom 2. bis 5. Februar 2016 repräsentativ befragt. Nach den Fußballregeln wurden nur jene 339 Personen (27 Prozent) befragt, die "sehr interessiert" an Fußball sind.

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