Erhöhte Medienkompetenz treibt Digitalisierung in der Versicherung voran (Österreich)

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Köln, 25.01.2016. In Sachen Medienkompetenz (Digital Wisdom) erreichen junge Österreicher im Alter von 20 bis 40 Jahren im internationalen Vergleich durchschnittliche Ergebnisse. Rund ein Sechstel (17 Prozent) kann sich bereits als hochkompetenter Digitalmensch ausweisen. Er pflegt Beziehungen über das Internet und konsumiert dieses täglich über mehrere Geräte. Indien (27 Prozent), Australien (27 Prozent) und Großbritannien (26 Prozent) führen jedoch mit über einem Viertel Intensiv-Onlinern das Ranking im 27-Ländervergleich an. Deutschland liegt mit 16 Prozent Intensivnutzern der digitalen Angebote noch ganz leicht hinter Österreich, die Schweiz mit 19 Prozent jedoch weiter vorne. Dies ist das Ergebnis der Studie „Digitalization in the worldwide insurance market“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die in 27 Ländern über 23.000 Personen zwischen 20 und 40 Jahren von Juli bis Dezember 2015 repräsentativ befragt wurden. In Österreich wurden rund 500 Personen befragt. 

Junge Versicherungskunden in Österreich seltener online unterwegs

Im internationalen Vergleich sind junge Österreicher in Versicherungsfragen jedoch seltener online unterwegs. Nur zwei Prozent der 20-40 Jährigen haben ihren Hauptkontakt direkt mit einer Versicherung z. B. über Telefon, Post oder Online. In UK (18 Prozent), Niederlande (13 Prozent) und Australien (11 Prozent) liegt dieser Wert im internationalen Vergleich am höchsten. Beim aktuellen Betreuungsstatus ähnelt Österreich eher anderen mitteleuropäischen Ländern wie Polen oder Litauen mit insgesamt mehr als 80 Prozent, die sich bei Versicherungen in einer aktiven Beziehung mit einem Berater oder Makler befinden. Auf internationaler Ebene lässt sich die Medienkompetenz (Digital Wisdom) als Pull-Faktor für die Digitalisierung in der Assekuranz ermitteln. Denn die Bereitschaft für alle Formen der digitalen Ansprache-, Beratungs- und Abschlussmöglichkeiten steigt, wenn die individuelle Medienkompetenz hoch ist.

Nutzung von Vergleichsrechnern in Österreich relativ gering

Immerhin eine Mehrheit (58 Prozent) der jungen Versicherungsnehmer weltweit können sich grundsätzlich vorstellen, Angebote und Beratung für einfache Versicherungsprodukte über einen online bzw. digitalen Weg zu erhalten. Während dieses Digitalpotenzial in manchen Ländern auf über 80 Prozent steigt, liegt es in Österreich nur bei 36 Prozent. So ist die bisherige und zukünftige Nutzung von Vergleichsrechnern in Österreich auch etwas geringer als in anderen Ländern. Dafür haben Berater einer Versicherung oder Bank, Makler oder auch Verwandte und Bekannte eine hohe Akzeptanz im Rahmen von Versicherungsabschlüssen. Selbst in den Erwartungen an das Image einer Versicherung spiegelt sich die hohe Bindung an eine personengestützte Beratung in Österreich wider. So ist das Markenversprechen, einen persönlichen Berater zu erhalten, für die jungen Österreicher lokal und international verglichen am wichtigsten. „Versicherungskunden in Österreich sind derzeit so stark an einen persönlichen Berater gebunden, dass es mögliche digitale Versicherungsanbieter schwer haben werden. Nur ein stark servicebetontes Angebot, mit dem man sich noch weiter zurücklehnen kann, als dies beim Versicherungsberater der Fall ist, könnte die Kunden aufmerksam werden lassen“, sagt Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov. 

Bereitschaft für Online-Self-Service dennoch hoch

Die Medienkompetenz der Österreicher fördert zumindest die Bereitschaft zum Online-Self-Service nach Vertragsschluss. Immerhin 36 Prozent haben eine hohe, weitere 17 Prozent eine mittlere Bereitschaft, über eine Kundenportal oder eine App einfache Serviceabwicklungen selber in die Hand zu nehmen. Vor allem bei einfachen Prozessen wie Adressänderung, Übermittlung von Dokumenten oder Überprüfung des eigenen Versicherungsschutzes sind die jungen Versicherungsnehmer in Österreich schon jetzt mehrheitlich bereit den Computer zu nutzen. Das Digitalangebot der Versicherer fördert diesen Trend und wird aus Sicht der jeweiligen Kunden mit mindestens jeweils 50 Prozent mit Begeisterung beurteilt („ausgezeichnet“ oder „sehr gut“).

Insgesamt liefert die Studie „Digitalization in the worldwide insurance market“ wertvolle Erkenntnisse zu den Themen situative Versicherungstipps, digitale Angebote und Beratung, telemetrische Tarife und digitale Services zur jungen Generation zwischen 20 und 40 Jahren im internationalen Vergleich über 27 Länder.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.
 

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YouGov Deutschland AG
Nikolas Buckstegen
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Head of Reports
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