Viele stellen Karnevals-Trip nach Köln in Frage

Viele stellen Karnevals-Trip nach Köln in Frage
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Nach den Silvester-Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof fragen sich viele, die eigentlich zum Karneval in die Stadt reisen wollten, ob das eine gute Idee ist.

Nachdem der bisherige Kölner Polizeipräsident in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde, tickt in der Rheinmetropole die Uhr. Eine rasche Neubesetzung wird gefordert – nicht zuletzt, weil Anfang Februar das nächste Großereignis ansteht. Zum Karneval kommen in jedem Jahr 1,5 Millionen Besucher nach Köln, die Feiernden sorgen für einen dreistelligen Millionenumsatz.

Doch nach den Übergriffen in der Silvesternacht sind – wohl auch aus Angst – viele Jecken nachdenklich geworden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagt mehr als die Hälfte (58 Prozent) derer, die nach eigenen Angaben vor Silvester geplant oder zumindest überlegt hatten, zum Fastelovend nach Köln zu kommen, dass die Ereignisse einen Einfluss auf die endgültige Entscheidung haben wird. 41 Prozent sagen, die Silvesternacht habe keinen Einfluss.

Interessant: Zwar ist bei den Frauen die Nachdenklichkeit größer (63 Prozent), doch auch die Männer sind mehrheitlich der Meinung, dass die Ereignisse wohl einen Einfluss auf ihre Entscheidung nehmen werden.

In einer weiteren YouGov-Umfrage wurden die Befragten um eine Bewertung der Arbeit von Polizei, Medien und einigen Politikern während und nach der Silvesternacht gebeten. Dabei bekommen alle Beteiligten eher schlechte Noten. Einigermaßen gut schneiden noch die Medien ab: Zwar sagen 62 Prozent der Befragten, diese hätten schlechte Arbeit geleistet, aber immerhin 38 Prozent sind anderer Meinung – doppelt so viele wie beim damaligen Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers (19 Prozent gute Arbeit, 81 Prozent schlechte Arbeit) und etwas mehr als bei dessen Polizei insgesamt (31 bzw. 69 Prozent) und deutlich mehr als bei der Oberbürgermeisterin Henriette Reker (25 bzw. 75 Prozent).

Reker, die mit vermeintlichen „Verhaltenstipps“ für Frauen für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte, kommt dabei bei Frauen und Männern übrigens fast genau gleich gut weg: 25 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen bescheinigen ihr gute Arbeit, 75 bzw. 74 Prozent schlechte Arbeit.

Zu den Karnevalsplänen wurden auf Basis des YouGov Omnibus wurden in Deutschland 2038 Personen im Zeitraum vom 11. bis 13. Januar 2016 repräsentativ befragt. Zur Bewertung von Politikern, Medien und Polizei wurden 1161 Personen im Zeitraum vom 8. bis 11. Januar 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Martin Meissner/AP/Press Association Images

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