Mehrheit gegen Abschaffung der Bundesjugendspiele

Mehrheit gegen Abschaffung der Bundesjugendspiele
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Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Abschaffung der Bundesjugendspiele – außer denen, die als Schüler selbst sehr unsportlich waren.

Die Bundesjugendspiele stehen in der Kritik. Die Mutter eines wenig sportlichen Drittklässlers findet den jährlichen Leichtathletik-Wettkampf, der an fast allen Schulen Deutschlands durchgeführt wird, demütigend. Deshalb fordert sie in einer Online-Petition, die mittlerweile von knapp 20.000 Menschen unterschrieben wurde, die Abschaffung der Bundesjugendspiele.

Doch die Mehrheit der Deutschen würde den Wettkampf gerne behalten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach ist gut die Hälfte der Befragten (56 Prozent) gegen die Abschaffung der Bundesjugendspiele, jeder Dritte (31 Prozent) ist dafür.

Wenig überraschend ist die Zahl der Abschaffungs-Gegner in der Gruppe derer, die (nach eigener Einschätzung) als Kind eher oder sehr sportlich waren, besonders groß. Von ihnen würde nur jeder Vierte (25 Prozent) die Bundesjugendspiele abschaffen, zwei von drei Befragten (65 Prozent) würden sie behalten. Doch auch bei jenen, die sich in der Rückschau als eher oder sehr unsportliche Schüler beschreiben würden, sind leicht mehr Leute gegen (45 Prozent) als für (40 Prozent) eine Abschaffung. Allerdings: Von denen, die sich selbst als „sehr unsportliche“ Schüler beschreiben, würde knapp die Hälfte (49 Prozent) ein Ende des Wettbewerbs befürworten.

Auf den ersten Blick macht es nur einen kleinen Unterschied, ob jemand zu seiner Schulzeit selbst an Bundesjugendspielen teilgenommen hat. In beiden Gruppen würde etwa ein Drittel (31 Prozent) der Befragten eine Abschaffung der Bundesjugendspiele befürworten. Allerdings würden 63 Prozent der Befragten mit und nur 42 Prozent der Befragten ohne Bundesjugendspiel-Erfahrung eine Abschaffung ablehnen. Jeder vierte Nicht-Teilnehmer (27 Prozent) machte – wohl auch aus Mangel an Erfahrung – keine Angabe.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1370 Personen im Zeitraum vom 26. bis 30. Juni 2015 repräsentativ befragt. Davon gaben 285 Befragte (21 Prozent) an, sie seien als Kind sehr sportlich gewesen, 534 (39 Prozent) waren eher sportlich, 389 (28 Prozent) eher und 135 Befragte (10 Prozent) sehr unsportlich. An Bundesjugendspielen teilgenommen hatten 935 Befragte (69 Prozent).

Fotos: Tom Honan/EMPICS Sport / Stephen Ignacio / Demotix/Demotix/Press Association Images

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