EZB-Krawalle: Mehrheit gibt Demonstranten die Schuld für Eskalation

EZB-Krawalle: Mehrheit gibt Demonstranten die Schuld für Eskalation
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Mehr als die Hälfte derer, die etwas von den Krawallen rund um die EZB-Eröffnung mitbekommen haben, macht die Demonstranten für die Eskalation verantwortlich.

Als am vergangenen Mittwoch die neue Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt eröffnet wurde, glich die Stadt einem Schlachtfeld. Während Tausende friedlich demonstrierten, setzten einige Extremisten Autos in Brand, lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei und bewarfen Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Steinen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sprach noch während der Krawalle von einer neuen Dimension der Gewalt. Einige Aktivisten und Politiker der Linken geben allerdings der Polizei eine Mitschuld an der Eskalation.

Die Mehrheit der Bevölkerung sieht die Verantwortung allerdings bei den Demonstranten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach haben 85 Prozent der Deutschen etwas von den Krawallen mitbekommen. Davon sagt mehr als die Hälfte (55 Prozent), dass die Demonstranten die Schuld an der Eskalation tragen, nur 6 Prozent sehen die Verantwortung bei der Polizei. Ein knappes Drittel ist der Meinung, dass beide Seiten gleichermaßen schuld sind.

Insgesamt waren am Mittwoch etwa 10.000 Einsatzkräfte der Polizei in Frankfurt im Einsatz. Ausgerüstet waren Sie unter anderem mit Wasserwerfern und Tränengas.

Den Einsatz solcher Hilfsmittel bei Demonstrationen hält eine Mehrheit genauso für gerechtfertigt wie mehrere andere Maßnahmen, die die Polizei gegen gewalttätige Demonstranten einsetzt. So befürwortet jeweils mehr als die Hälfte den Gebrauch von Tränengas (57 Prozent), Wasserwerfern (70 Prozent) und Pferden (66 Prozent). Das Einkesseln von Demonstranten, das immer wieder in der Kritik steht, erhält von allen abgefragten Maßnahmen sogar die höchste Zustimmung: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) halten es für gerechtfertigt. Lediglich der Gebrauch von Schusswaffen – egal ob mit Plastik- bzw. Gummigeschossen (43 Prozent) oder mit scharfer Munition (17 Prozent) – wird eher abgelehnt.

Auch in den USA und im Vereinigten Königreich werden die meisten dieser Maßnahmen befürwortet. Bei einer YouGov-Umfrage während der Unruhen in mehreren britischen Städten im Jahr 2011 hatten sich neun von zehn Briten (90 Prozent) für Wasserwerfer und immerhin jeder Dritte (33 Prozent) für scharf Munition ausgesprochen.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.017 Personen im Zeitraum vom 19.03. bis 23.03.2015 repräsentativ befragt.

Fotos: Michael Probst/AP/Press Association Images

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