Mit welchen Mitteln die Deutschen Erkältungen bekämpfen

Mit welchen Mitteln die Deutschen Erkältungen bekämpfen
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Die Grippesaison ist in vollem Gange und dementsprechend wird mehr für Grippe- und Erkältungsmittel geworben. Bei welchen Deutschen diese Werbung wirkt.

Wenn am 11.11. in Köln die Karnevalssaison startet, dann können selbst frostige Temperaturen die Jecken kaum davon abhalten, in nicht unbedingt wintertauglichen Kostümen die Session zu eröffnen. Manchmal habe ich das Gefühl, schon vom Zusehen eine Erkältung zu bekommen. Ob im Laufe der Woche wohl der Absatz von Erkältungsmitteln im Rheinland steigt? Wie Menschen in ganz Deutschland Erkältung und Grippe bekämpfen, zeigen aktuelle YouGov-Daten.

Ein Datenpunkt aus unserem Markenmonitor BrandIndex, der den Start der Erkältungssaison markiert, ist die stark zunehmende Werbung für frei verkäufliche Grippemittel. Allein für Produkte der Marke Wick hat in den vergangenen Wochen jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) Werbung wahrgenommen. Vor zwei Monaten lag dieser Wert in unseren täglichen repräsentativen Umfragen noch bei neun Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr fällt dabei vor allem auf, dass sich mehr Verbraucherinnen und Verbraucher an Werbung für ACC akut erinnern.

Offene Ohren für Werbung

Auf den ersten Blick hat die gerade ansetzende Erkältungsmittel-Werbewelle jedoch noch nicht den Effekt, bedeutend mehr Deutsche von den freiverkäuflichen Mitteln zu überzeugen. Der Anteil der Verbraucher, der sich generell vorstellen kann, Wick, ACC akut, Grippostad, Mucosolvan, Meditonsin oder Neo-Angin zu kaufen, bleibt recht konstant.

Doch diese Zielgruppe der Kaufbereiten durch Werbung an die eigene Marke zu erinnern und schließlich zum Kauf zu animieren, wird sich im Erkältungsfall auszahlen. Denn Erwachsene, für die beispielsweise die genannten Marken in Betracht kommen, sagen häufiger als andere Deutsche von sich selbst, dass Werbung der jeweiligen Marken bei ihnen wirkt. Insbesondere Fernsehwerbung und auch Werbung in Zeitungen erreichen diese Zielgruppe besser als den Durchschnittsbürger. Das zeigt unser Tool zur Segmentierung von Zielgruppen, YouGov Profiles

YouGov Profiles macht auch sichtbar, wo diejenigen mit Interesse an den Marken die Erkältungsmittel schließlich kaufen würden: 60 Prozent können sich einen Einkauf bei dm vorstellen, für 51 Prozent kommt Konkurrent Rossmann in Betracht. Das sind signifikant höhere Werte als in der Gesamtbevölkerung. Ähnlich sieht es bei Drogerie Müller aus.

Es lohnt sich also nicht nur für die Hersteller der Medizinprodukte selber, sondern auch für die verkaufenden Drogeriemärkte, diese Zielgruppe im Auge zu behalten und das Angebot an frei verkäuflichen Erkältungsmitteln prominent zu kommunizieren.

36 Millionen potenzielle Apotheken-Kunden

Oft heißt es allerdings: „Nur in Ihrer Apotheke“. Dementsprechend kommen auch Shop-Apotheke.com und DocMorris für die Erkältungsmittel-Zielgruppe übermäßig häufig in Frage. Die gute Nachricht für stationäre Apotheken: Mehr als zwei Drittel der Erkältungsmittel-Interessenten lassen sich beim Kauf rezeptfreier Medikamente in der Apotheke beraten. Grundsätzlich sind sie Over-the-counter-Medikamenten offener gegenüber eingestellt. Für 53 Prozent von ihnen kommt etwa der Kauf von Voltaren in Betracht, gegenüber nur 36 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Dabei spielt aber sicher auch die Demographie eine Rolle. Potenzielle Erkältungsmittel-Kundinnen und -Kunden sind älter und haben ein höheres Einkommen als Durchschnittsdeutsche.

Um während der Karnevalssession, aka Winter, gesund zu bleiben oder zu werden, können sich unserer Hochrechnung zufolge 36,2 Millionen Deutsche vorstellen, Erkältungsmittel von mindestens einer der oben genannten Marken zu kaufen. Ein riesiger Markt also, was umso deutlicher macht, warum diese Zielgruppe gerade so intensiv umworben wird. Mindestens bis Aschermittwoch wird das Werbeaufkommen noch stetig zunehmen.

So erschienen auf Wirtschaftswoche Online.

Bild: Getty

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