SPD ist der gefühlte Gewinner im Koalitionsvertrag

SPD ist der gefühlte Gewinner im Koalitionsvertrag
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Insgesamt sind die Deutschen jedoch nur teilweise zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen.

Nach wochenlangen Verhandlungen über eine mögliche Koalition zwischen der SPD und der CDU/CSU steht er nun, der Koalitionsvertrag. Doch welche Partei konnte am besten verhandeln und ihre Inhalte im Koalitionsvertrag durchsetzen? Mithilfe von künstlicher Intelligenz hat ein Karlsruher Unternehmen die Parteiprogramme der Union und der SPD überprüft und herausgefunden, dass deutlich mehr Inhalte von der SPD (60 bis 70 Prozent) als von der CDU/CSU (etwa 30 bis 40 Prozent) im Koalitionsvertrag zu finden sind.

Der Eindruck hat sich auch grundsätzlich bei den Wählern gefestigt. Sowohl die SPD- als auch die CDU-Wähler sehen den Verhandlungserfolg bei der SPD. Insgesamt knapp 30 Prozent denken, dass die SPD bei den Koalitionsverhandlungen am besten verhandelt und somit ihre Ziele am meisten durchgesetzt hat. Bezüglich der CDU liegt der Anteil bei 13 Prozent, bezüglich der CSU bei 11 Prozent. Die Mehrheit der CDU-Wähler sieht darüber hinaus potentiell negative Auswirkungen der GroKo auf die CDU. Fast 40 Prozent denken, dass die CDU von der GroKo eher Schaden nehmen wird.

SPD hat am besten verhandelt

SPD-Wähler mit Inhalten besonders unzufrieden

Doch wie beurteilen die Deutschen die Inhalte der Koalitionsverhandlungen? Im Allgemeinen lässt sich sagen: Die Stimmung ist gemischt. Fast 40 Prozent der Befragten sind nur teilweise zufrieden, gut ein Drittel (33 Prozent) sind unzufrieden. Dabei sind SPD-Wähler unzufriedener als Union-Wähler. Auffällig ist außerdem, dass besonders Personen über 45 Jahren (39 Prozent) nicht mit dem Koalitionsvertrag einverstanden sind. Anders sieht es bei der Aufteilung der Ministerien aus. Hier sind die Anhänger der Sozialdemokraten deutlich zufriedener als die der Union (33 Prozent im Vergleich zu 23 Prozent).

Die positivsten Auswirkungen der potentiellen GroKo erwarten die Befragten in Bezug auf das Wirtschaftswachstum (27 Prozent), die Zukunft der Europäischen Union (26 Prozent) und die Bildungssituation (22 Prozent). Negative Auswirkungen werden besonders bei der sozialen Gerechtigkeit (43 Prozent), der Flüchtlings- und Einwanderungssituation (46 Prozent) sowie bei der allgemeinen Politikzufriedenheit (56 Prozent) erwartet. Eines der Kernthemen der SPD, die Soziale Gerechtigkeit, wird besonders von ihren Wählern als negativ bewertet (42 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2041 Personen ab 18 Jahren vom 09.-12.02.2018 repräsentativ befragt.

Bild: dpa

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