Touristen aus China mit QR-Codes erreichen

Touristen aus China mit QR-Codes erreichen
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Chinesen, die in Europa unterwegs sind, gilt es auf den richtigen Kanälen mit den richtigen Inhalten anzusprechen. QR-Codes sind hier häufig der Einstieg in die Kommunikation.

Immer mehr Chinesen reisen nach Europa und die Zahl wird sich laut einer Studie von Z_punkt bis 2020 noch steigern, besonders in Großstädten wie München. Und diese Gruppe ist bereit, viel Geld auszugeben. 2016 gaben chinesische Touristen doppelt soviel aus wie US-amerikanische Touristen (261 Milliarden US-Dollar). Besonders im Einzelhandel entstehen Chancen, da Touristen viel eher auch in der Offline-Welt kaufen und weniger auf Online-Shopping zurückgreifen. Für Unternehmen und Marken lohnt es sich also, sich mit chinesischen Touristen auseinander zu setzen.

Wer Reisende aus China angesprechen will, sollte sich zum einen der kulturellen Unterschiede bewusst sein. Zum anderen jedoch – viele wichtiger – auch der technischen. Sowohl Kommunikation als auch Zahlungen tätigen die Besucher aus Fernost über andere Anbieter als der durchschnittliche Europäer. So ist beispielsweise der Messenger WeChat das Pendant zu Whatapp, das soziale Netzwerk Tercent ersetzt Facebook und das Onlinebezahlsystem WePay wird statt Paypal genutzt.

Der QR-Code als Verbindung zwischen Offline und Online

Am wichtigsten für die Chinesen ist jedoch der Schlüssel, der Online und Offline verbindet: Der QR-Code. Der ist in China ein fester Teil des Alltags und hat sich laut soziologischen Beobachtungen sogar schon auf das soziale Verhalten ausgewirkt. Überall findet sich der zweidimensionale schwarz-weiße Code.

So dreht sich beispielsweise bei einem Restaurantbesuch in China alles um ihn. Sowohl die Bestellung wird via QR-Code aufgegeben und an die Küche weitergeleitet als auch die Bezahlung getätigt. Aber da hört es nicht auf: Es gibt Lokalitäten, in denen die Kellner mit QR-Codes versehen sind und darüber ihr Service bewertet werden kann.

Wer QR-Codes nutzen will, sollte sich nicht die Chance entgehen lassen, über diese in die chinesischen Kommunikationskanäle zu gelangen. Es lohnt sich, auf Produkten einen QR-Code abzudrucken, der dann direkt mit dem WeChat-Unternehmensaccount verbunden ist und / oder mit der Unternehmenswebsite.

Beispielsweise hat Gucci in seiner Kleidung QR-Codes integriert, die beim Scannen zu Rabettaktionen oder speziellen Events führen. Hier besteht für deutsche Unternehmen die Chance, dass ihnen Touristen nach einem scheinbar einmaligen Kauf auch nach der Rückkehr nach China treu bleiben - wenn diese Unternehmen auf den Chinesen vertrauten Kanälen präsent sind.

Richtige Kanäle zur Werbeansprache nutzen

Dieses Wissen um die Wichtigkeit von QR-Codes für Chinesen kann mit einer YouGov-Profiles-Analyse kombiniert werden. Diese zeigt, wo chinesische Touristen in Europa Werbung wahrnehmen. Über die Hälfte (51 Prozent) tut dies über mobile Werbung. Aber auch TV-Werbung (49 Prozent) und Onlinevideos (47 Prozent) sind häufig wahrgenommene Formate.

Chinesische Touristen in Europa

Mittels dieser Daten können Media Agenturen und Unternehmen Ansprachemöglichkeiten auf chinesische Touristen zuschneiden. Besonders würde sich dies für Unternehmen lohnen, deren Artikel besonders bei nach Europa reisenden Chinesen im Vergleich zur chinesischen Gesamtbevölkerung signifikant beliebter sind.

Beispielsweise wären das bei Sportartikelherstellen Adidas (45 Prozent vs. 34 Prozent), Converse (16 Prozent vs. 10 Prozent) oder Vans (10 Prozent vs. 5 Prozent), bei denen sich die Gruppe generell vorstellen könnte, etwas zu kaufen. Auch Marken wie Nike (40 Prozent) oder New Balance sind bei der Zielgruppe beliebt, jedoch ist hier der Unterschied zur chinesischen Gesamtbevölkerung nicht so groß.

Beliebte Sportmarken bei chinesischen Touristen

Die mit den Connected-Data-Analyse-Tool YouGov Profiles analysierten Daten stammen aus einem wöchentlich aktualisierten, bevölkerungsrepräsentativ gewichteten Datensatz aus den letzten 12 Monaten (Stand: 24.09.2017). Die Datenerhebung zu diesem Thema erfolgt kontinuierlich. Mehr darüber finden Sie hier.

Bild: dpa

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