Fast ein Drittel der Deutschen will per Briefwahl abstimmen

Fast ein Drittel der Deutschen will per Briefwahl abstimmen

Mehrheit der Briefwähler plant Stimmabgabe bis zu zwei Wochen vor dem Wahltermin

Köln, 31.08.2017. Die Briefwahl gilt als umstritten. Kritiker monieren unter anderem, dass die Abgabe der Stimmen zu verschiedenen Zeitpunkten das Ergebnis verzerre. Auch das Wahlgeheimnis könne nicht garantiert werden. Das Bundesverfassungsgericht urteilte jedoch in mehreren Verfahren für die Briefwahl. Eine mangelnde Kontrolle der Briefwahl werde durch eine höhere Wahlbeteiligung aufgewogen. Doch was denken die Deutschen über die Briefwahl? Und warum nutzen Briefwähler diese Möglichkeit? Zu diesem Thema veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut YouGov heute eine repräsentative Umfrage.

Demnach plant fast ein Drittel der Wahlberechtigten (32 Prozent), per Briefwahl abzustimmen. Bei der letzten Bundestagswahl 2013 wurde laut Bundeswahlleiter jede fünfte Stimme (24 Prozent) per Brief abgegeben. Die YouGov-Umfrage zeigt, dass sich der Trend durch alle gesellschaftlichen Gruppen zieht. Die Briefwahl ist etwa gleich beliebt unter jüngeren wie älteren Wählern wie in allen Bildungsschichten.

Als wichtigstes Motiv geben die befragten Briefwähler Bequemlichkeit an (45 Prozent). 37 Prozent von ihnen sind zudem am Wahltag verhindert. Jedoch würden die meisten Briefwähler durchaus den Weg ins Wahllokal suchen, wenn es die Abstimmung per Brief nicht gäbe. Ein kleiner Anteil der Briefwähler würde allerdings in diesem Fall nicht wählen gehen: acht Prozent „wahrscheinlich nicht“, und drei Prozent „bestimmt nicht“. Eine Mehrheit von 60 Prozent der Briefwähler will den Wahlbrief spätestens zwei Wochen vor der Wahl abschicken.

Trotz der Kritik an der Briefwahl ist sich die überwiegende Mehrheit der Befragten (86 Prozent) einig: die Briefwahl sollte es weiterhin geben.

„Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Briefwahl. Wenn ein Drittel der Deutschen per Brief wählt, wäre das ein neuer Rekord“, kommentiert Holger Geißler, Forschungsleiter und Sprecher von YouGov Deutschland, die Ergebnisse. „Der Wahlkampf scheint wenig aufregend und das Rennen schon gelaufen – das verstärkt den Trend zur vorzeitigen Stimmabgabe per Brief. Auch könnte der Anstieg der Briefwahlen dazu führen, dass die Dynamik des ‚Last-Minute-Wahlkampfs‘ reduziert wird.“

Ergebnisse der aktuellen YouGov-Umfrage können Sie unter diesem Link herunterladen: https://yougov.de/political/briefwahl

Zur Befragung:

YouGov befragte im Zeitraum von 25.08.2017 bis zum 29.08.2017 2.029 repräsentativ ausgesuchte Personen in Deutschland ab 18 Jahren in einer geschlossenen Online-Umfrage.

Pressekontakt:

YouGov Deutschland GmbH
Philipp Schneider
Manager PR
Tel.: +49 (0) 221 42061-444
E-Mail: presse@yougov.de
 

Bild: dpa

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