Viele Europäer haben Angst vor chinesischer Finanzkrise

Viele Europäer haben Angst vor chinesischer Finanzkrise
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Viele Menschen in sieben europäischen Ländern halten eine weitreichende Finanzkrise im Reich der Mitte für wahrscheinlich - und befürchten Auswirkungen auch hier.

Selbst wenn das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr (nach offiziellen Zahlen) bei 6,9 Prozent lag: Chinas Wirtschaft gilt momentan als Krisenfall. Schließlich lag das Wachstum in den vergangenen 25 Jahren nie so tief, und die Devisenreserven des Landes sind ebenfalls auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Ratingagenturen zeichnen ein düsteres Bild von Chinas wirtschaftlicher Situation.

Und auch die Menschen in sieben europäischen Ländern machen sich Sorgen - um die chinesische Wirtschaft, vor allem aber vor dem Einfluss einer etwaigen Krise auf die Wirtschaft daheim. Das ist das Ergebnis des aktuellen YouGov-Eurotracks, für den Menschen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland und Norwegen befragt wurden. Demnach halten es in allen sieben Ländern mehr Menschen für wahrscheinlich als unwahrscheinlich, dass es in den kommenden sechs Monaten zu einem großen Finanzcrash in China kommt. Am wahrscheinlichsten finden dies die Franzosen. 55 Prozent der Befragten dort sagen, so ein Szenario sei "eher" oder "sehr wahrscheinlich", 22 Prozent halten es für "eher" oder "sehr unwahrscheinlich". Der Rest kann oder will keine Angaben machen.

Wirklich anders als in Frankreich sieht die Situation dabei in den anderen Ländern nicht aus: Zwar halten in Deutschland lediglich 48 und in Schweden und Dänemark sogar nur jeweils 40 Prozent einen Crash für wahrscheinlich. Allerdings liegt in allen drei Ländern der Anteil derer, die einen Crash für unwahrscheinlich halten, noch einmal deutlich niedriger.

Ebenfalls weitgehend einig sind sich die Befragten in allen sieben Ländern darin, dass ein solcher Zusammanbruch der chinesischen Wirtschaft auch hierzulande zu merken wäre. Jeweils zwischen 63 (Norwegen) und 78 (Finnland) Prozent der Befragten sagen, ein Zusammenbruch der chinesischen Wirtschaft hätte "eher" oder "sehr starke" Auswirkungen auf die Wirtschaft daheim. Deutschland liegt dabei mit 69 Prozent im Mittelfeld, 16 Prozent glauben hierzulande, ein solches Ereignis hätte keinen oder nur einen kleinen Einfluss auf die hiesige Wirtschaft.

Gute Nachrichten gibt es allerdings auch - zumindest in einigen Ländern: In Deutschland zum Beispiel hält jeder Dritte (33 Prozent) das Land auf eine globale Finanzkrise besser vorbereitet als auf die vorangegangene, 31 Prozent glauben, Deutschland ist genauso gut oder schlecht vorbereitet. Noch zuversichtlicher sind nur die Briten (41 bzw. 26 Prozent) und die Dänen (41 bzw. 37 Prozent), während zum Beispiel nur 9 Prozent der Finnen glauben, dass ihr Land besser vorbereitet ist als vor knapp zehn Jahren. 60 Prozent von ihnen sagen hingegen, dass Land sei schlechter auf eine globale Finanzkrise vorbereitet.

Für den aktuellen YouGov EuroTrack wurden insgesamt 8340 Personen vom 20. bis 27. Januar 2016 repräsentativ befragt: 1694 Briten, 2041 Deutsche, 999 Franzosen, 997 Dänen, 1019 Schweden, 1003 Finnen und 610 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Foto: Mark Schiefelbein/AP/Press Association Images

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