Kampf der Reiseportale

Kampf der Reiseportale

Booking.com klingt amerikanisch, ist aber niederländisch. Zumindest wurde das Unternehmen dort gegründet und sitzt nach wie vor in Amsterdam, gehört aber inzwischen zur US-amerikanischen Priceline-Familie. Doch mit physikalischen Ortsangaben will dort niemand die Kunden langweilen oder verwirren. Man hat zwar die Domain booking.de registriert, diese leitet aber weiter auf die Hauptseite Booking.com. Damit fährt das Unternehmen eine andere Strategie als Expedia oder Kayak, die in jedem Markt unter einer lokalen Domain auftreten. Booking.com macht stattdessen diese eine Adresse zur Marke und will sie als internationale Buchungsplattform etablieren. Das gelingt mehr und mehr auch in Deutschland, wie der Markenmonitor BrandIndex von YouGov zeigt.

In unseren täglichen repräsentativen Umfragen geben aktuell zwei von fünf Deutschen an, Booking.com zu kennen. Damit liegt booking.com bereits auf demselben Niveau wie das schon viel länger in Deutschland aktive Portal HRS und die einprägsame Adresse reisen.de. Ziel von Booking.com sind aber sicher andere Bekanntheitswerte wie sie in Deutschland bisher nur Expedia und Ab-in-den-Urlaub.de erreichen: um 70 Prozent der Verbraucher kennen diese Reise-Portale.

Um seine Bekanntheit in Deutschland zu steigern, hat Booking.com diesen Sommer eine erste große Werbekampagne gestartet. Dass dabei ein amerikanischer TV-Spot recycelt wird, der zudem auf einem englischen Wortspiel basiert, passt zum internationalen Touch. Und die „Booking.yeah“-Kampagne funktioniert hierzulande tatsächlich. Unsere BrandIndex-Daten zeigen: Wer kürzlich booking.com-Werbung bewusst wahrgenommen hat, beurteilt die Seite deutlich besser als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Mit der Kampagne gelingt es Booking.com also nicht nur, seine Bekanntheit steigern, sondern auch sein Image zu verbessern. Befragt man nur die Kenner der jeweiligen Marke, beurteilen sie das Preis-Leistungs-Verhältnis von Booking.com als fast genauso gut wie das von HRS. Den bisherigen Zweitplatzierten in dieser Bewertungskategorie, HolidayCheck.de, hat Booking.com bereits hinter sich gelassen. In der Qualitätsbeurteilung der Verbraucher ist der Aufsteiger gerade ebenfalls dabei, HolidayCheck.de zu überholen. Auch hier führt HRS aber noch mit Abstand. HRS liegt zudem in der Gesamtwertung vorne – mit +26 Punkten auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten.

Doch schon dicht dahinter folgen Booking.com (+21) und HolidayCheck.de (+20). Schlusslichter sind Ab-in-den-Urlaub.de (+11 Punkte), das zur wegen kreativer Preisgestaltung mit Verbraucherschützern und Justiz in Konflikt stehenden Unister-Gruppe gehört, sowie weg.de und lastminute.de.
Experten erwarten eine Konsolidierung im Markt der Preisvergleichsportale. In der Reisebranche wächst der Druck besonders stark, weil internationale Player wie Booking.com auf den deutschen Markt drängen.

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Bild: dpa

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