Schuldenkrise: Mehrheit fordert klare Bedingungen für deutsche Hilfen

Schuldenkrise: Mehrheit fordert klare Bedingungen für deutsche Hilfen

Eine Mehrheit der Bundesbürger in Deutschland (51 Prozent) sowie deren Volksvertreter (63 Prozent) fordern, dass die Hilfen für notleidende Eurostaaten an klare Bedingungen geknüpft werden. Die Begründungen dafür gehen jedoch weit auseinander. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Zuge der Bundetagswahl von YouGov und der Wissenschaftsstiftung Change Centre.

Der größte Unterschied zwischen Volk und Volksvertretern liegt in der Frage, wer die Schuld an der Krise trägt. 61 Prozent der Bürger sind der Meinung, die Krisenländer seien selbstverschuldet in Not geraten. Also sollten sie sich auch in eigener Verantwortung helfen – eine Aussage, die jedoch nur rund ein Viertel (26 Prozent) der befragten Volksvertreter teilt.

Welche Motive und Prinzipien den Deutschen dabei wichtig sind, hat die Studie ebenfalls herausgefunden. Demnach schneidet bei den Bürgern der europäische Gedanke auffallend schlecht ab. Den Krisenländern zu helfen, da sie uns als europäische Nachbarn besonders nahe stünden, halten nur 47 Prozent der Bürger für wichtig – ganz im Gegenteil zu rund drei Viertel (74 Prozent) der Abgeordneten, die die europäische Solidarität stark hervorheben. Aber: Immerhin wünschen zwei von drei Bürgern, die deutsche Hilfe solle eher an Länder gehen, denen es im Vergleich zu den europäischen Schuldenstaaten noch schlechter geht (wie einigen Staaten Afrikas). Interessanterweise stimmen dieser Aussage auch rund 60 Prozent der Parlamentarier zu – ein scharfer Kontrast zur derzeitigen Entwicklungspolitik.

Für die repräsentative Studie wurden im Juni und Juli rund 1.000 Bundesbürger und rund 1.000 Abgeordnete auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene befragt.

Die vollständige Pressemitteilung finden sie hier.

Bild: dpa

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