Deutsche sind sich einig: Sex sollte im Unterricht kein Tabu sein

Deutsche sind sich einig: Sex sollte im Unterricht kein Tabu sein
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Dass Sexualkunde fester Bestandteil im Schulunterricht sein soll, findet die große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent). Bei der Frage, wann die Aufklärung stattfinden sollte, herrscht weniger Einigkeit.

Die Frage danach, wann der richtige Zeitpunkt ist, um Kinder in der Schule über Sexualität und Bienchen und Blümchen aufzuklären, führt immer wieder zu teilweise hitzigen Diskussionen. Dies liegt zum einen wohl an den unterschiedlichen Auffassungen von Eltern und Lehrern. Zum anderen unterliegt der Sexualkundeunterricht je nach Bundesland unterschiedlichen Richtlinien und damit verschiedenen Fokussierungen, mit denen das Thema angegangen wird.

Diese Unentschlossenheit zeigt sich auch in den aktuellen Ergebnissen unserer Umfrage nach dem richtigen Zeitpunkt für sexuelle Aufklärung. Darüber, dass sie stattfindet, gibt es jedoch eine klare Meinung: Aufklärung über Sex gehört für 85 Prozent der Befragten in den Unterricht. Lediglich 2 Prozent sagen, dass dieses Thema gar nicht behandelt werden sollte und 5 Prozent sind der Meinung, dass Sexualität bereits im Kindergarten besprochen werden sollte.

Deutsche sind sich einig: Sex sollte im Unterricht kein Tabu sein

Frühe Auseinandersetzung mit Sexualität – einige Themen sollten jedoch erst später behandelt werden

Ein Blick in die Befürworter von Sexualkunde in der Schule zeigt, dass der größte Anteil (37 Prozent) von ihnen das Thema gerne in der Unterstufe (Klasse 5-6) behandelt wüsste. Ein Viertel (24 Prozent) hält das Thema schon der in der Grundschule (Klasse 1-4) für angemessen. Ein Fünftel (20 Prozent) der Befragten sieht die Mittelstufe (Klasse 7-10) als richtigen zeitlichen Rahmen an. Für 4 Prozent sollten Schüler erst in der Oberstufe (Klasse 11-13) mit dem Thema sexuelle Aufklärung in Berührung kommen.

Das Thema Sexualkunde ist sehr komplex und muss verschiedene Punkte behandeln. Bei der Frage danach wann die unterschiedlichen Teilaspekte wie Geschlechtskrankheiten, Verhütung, Homosexualität, Transsexualität und Biologische Grundlagen der Fortpflanzung behandelt werden sollten, herrschen heterogene Meinungen.

Sexualkunde: Von Verhütung und sexuellen Neigungen

Die meisten Befragten sehen Unterstufe als besten Zeitraum für Aufklärung

Die meisten der Befragten sprechen sich für die Aufklärung zu diesen Themen in der Unterstufe (Klasse 5-6) und Mittelstufe (Klasse 7-10) aus. So sehen 42 Prozent Verhütung als Thema für die Unterstufe an. Ein Drittel sieht es im Unterricht der Mittelstüfler. Ähnlich verhält es sich mit den Themen Geschlechtskrankheiten (Unterstufe: 37 Prozent und Mittelstufe: 39 Prozent).

Bei Thema Homosexualität und Transsexualität ist die Bevölkerung sich weniger einig, in welcher Jahrgangstufe diese Themen besprochen werden sollten. Jeweils ein Drittel sieht Homosexualität in der Mittelstufe (31 Prozent) und Unterstufe (32 Prozent). Jeder Zehnte findet, dass schon in der Grundschule darüber gesprochen werden sollte. Beim Thema Transsexualität ist der Anteil derer, die höhere Jahrgangsstufen befürworten, etwas höher.  

Einen soften Start in die ganze Thematik würden die biologischen Grundlagen der Fortpflanzung geben. Das sehen auch die Befragten so. Ein Viertel (26 Prozent) findet, dass Grundschüler schon damit vertraut sein sollten. 40 Prozent finden, dass es in der Unterstufe schon allerhöchste Eisenbahn ist.

Eltern sollten entscheiden, welche Themen im Sexualkunde Unterricht besprochen werden

Auf die Frage hin, wer das letzte Wort darüber haben sollte, was im Sexualkundeunterricht behandelt wird, sprechen sich 43 Prozent für die Eltern aus und 30 Prozent für die Lehrer. Lediglich 12 Prozent denken, dass dieses Vorrecht der Politik und Verwaltung überlassen werden sollte.

Auf Basis des YouGov Omnibusses wurden 2.054 Personen vom 09.-11.04.2019 befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Foto: dpa

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