Tafel-Debatte: Mehrheit sieht Verantwortung bei Staat

Tafel-Debatte: Mehrheit sieht Verantwortung bei Staat
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73 Prozent glauben, dass es Hartz IV-Empfänger gibt, die auf die kostenlosen Nahrungsmittel der Tafeln angewiesen sind. 

Seit Januar nimmt die Essener Tafel vorübergehend nur Neukunden mit deutschem Pass auf. Die Begründung: Aufgrund des sehr hohen Anteils von Ausländern würden sich ältere Menschen und junge Mütter teilweise nicht mehr wohlfühlen. Aktuell stehen die Betreiber unter heftiger Kritik von Politik und Öffentlichkeit, Ausländer auszuschließen. Doch durch diese Debatte wurde auch die Verantwortung des Staats für Bedürftige hinterfragt.

Ein Großteil der Befragten (73 Prozent) glaubt nämlich, dass es Hartz IV-Empfänger gibt, die auf die kostenlosen Nahrungsmittel der Tafeln angewiesen sind, um ihr Grundbedürfnis nach Nahrung zu decken, das zeigte eine aktuelle YouGov-Umfrage in Zusammenarbeit mit Statista. Auf der anderen Seite sei es jedoch nicht die Aufgabe von Ehrenamtlichen, sich darum zu kümmern. Daher war die Kritik seitens der Politik an der Essener Tafel auf viel Gegenwehr gestoßen.

Braucht Deutschland die Tafeln?

Drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) finden, dass der Staat mehr Verantwortung für sozial und wirtschaftlich Benachteiligte übernehmen müsste, um Tafeln für Bedürftige überflüssig zu machen. Nur jeder Sechste (16 Prozent) sieht das nicht so. Entsprechend klein ist auch der Anteil derjenigen, die sich schon mehrfach (14 Prozent) oder einmal (10 Prozent) durch ehrenamtliche Mitarbeit oder Spenden eine Tafel unterstützt haben.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1127 Personen ab 18 Jahren vom 16.-20.03.2018 repräsentativ befragt.

 

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