Gute Besserung: Wie Erkältungsmittel auf Verbraucher wirken

Gute Besserung: Wie Erkältungsmittel auf Verbraucher wirken
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Es scheint eine Art Zwei-Klassen-Medizin zu geben, wenn es um Erkältungsmittel geht: Viele Verbraucher schätzen die Produkte von Wick, Grippostad oder Ratiopharm. Einige weniger bekannte Mittel finden ihre Abnehmer in einer Nische.

Die ganze Wick-Familie ist krank – Vater, Mutter und die beiden Kinder. In drei Fernsehspots feiert Wick gerade Klischees ab: Vater ist wehleidig, Mutter muss sich um die Kinder kümmern... Aber dann schlafen dank Wick alle ruhig in einem Bett. Ob die Werbung so gut wirkt wie DayMed, VapoRub und MediNait versprechen, zeigt der BrandIndex von YouGov. Außerdem tracken wir in unserem Markenmonitor Imagewerte von rund einem Dutzend anderer Erkältungsmittel.

Keine andere Erkältungsmittelmarke wirbt zurzeit so intensiv wie Wick. Erstaunliche 20 Prozent unserer Befragten geben an, in den vergangenen zwei Wochen Wick-Werbung gesehen zu haben. An Werbung für Aspirin oder Grippostad können sich nur gut halb so viele erinnern. Das spiegelt sich direkt darin wieder, welche Marken von Verbrauchern beim Kauf von rezeptfreien Arzneien in Betracht gezogen würden: 31 Prozent nennen Wick, 21 Prozent Grippostad. Auch wenn Werbewahrnehmung und Kaufinteresse bei Grippostad damit in einem gesunden Verhältnis stehen, gelingt es etwa Ratiopharm für sein Paracetamol-Produkt mit viel weniger Werbung auf deutlich mehr Interesse zu stoßen.

Jeder Zweite kennt Sinupret

Die bisher genannten Marken gehören zu den bekanntesten Erkältungsmittelmarken in Deutschland. Mehr als 70 Prozent der repräsentativ Befragten kennen sie. Aber es gibt auch weitere Mittel, die aktuell schon rund die Hälfte der Deutschen kennen. Und diese haben ihre Fans, die auf sie zu schwören scheinen. Hierzu gehört Sinupret: Bekanntheitsgrad 51 Prozent, Werbewahrnehmung vernachlässigbar, aber bei 28 Prozent derjenigen, die die Marke kennen, in der engeren Wahl, wenn es gilt, Husten, Schnupfen oder Heiserkeit zu bekämpfen. Noch stärker sind die Werte für Gelomyrtol. Die Marke ist nur mittelmäßig bekannt, aber ihre Kenner sagen zu 34 Prozent, dass sie auch den Kauf in Betracht ziehen.

Die genannten Marken haben etwas gemeinsam: Gelomyrtol setzt zur Erkältungsbehandlung auf „ein Mischdestillat aus rektifiziertem Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl“, Sinupret auf „kombinierte Pflanzenkraft“, und das ebenfalls eher unbekannte aber bei seinen Kennern sehr geschätzte Bronchipret auf Thymian, Efeu und Primeln. Es sind also Mittel mit pflanzlichen Wirkstoffen, die in ihrer Nische außerordentlich beliebt sind. Die Wirkstoffe in Wick MediNait hingegen heißen Dextromethorphan, Paracetamol, Ephedrin und Doxylamin.

Hohe Weiterempfehlungsbereitschaft

Statt Werbung scheint bei den Mitteln mit pflanzlichen Wirkstoffen demnach Mund-zu-Mund-Propaganda oder virales Marketing gut zu funktionieren. Sieben Prozent der Kenner von Sinupret und neun Prozent der Kenner von Gelomyrtol geben an, kürzlich mit Bekannten über die Marke gesprochen zu haben. Diese Werte sind vergleichbar mit denen von Grippostad und Wick, deren Produkte eine viel größere Verbreitung haben. Und man darf davon ausgehen, dass die Gespräche über Sinupret und Gelomyrtol voll des Lobes sind: Wir messen im BrandIndex eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft.

Was das beste Mittel ist, damit die erkältete Familie ruhig schlafen kann – dazu gibt es also verschiedene Meinungen. Bei der Vielfalt an zur Verfügung stehenden Marken ist aber sicher für jeden etwas Wirksames dabei.

So erschienen auf WirtschaftsWoche Online.

 

Bild: dpa

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