Shop-Apotheke mit ambitionierten Plänen

Shop-Apotheke mit ambitionierten Plänen
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Shop-Apotheke will die Europa Apotheek übernehmen. Verbraucher in Deutschland schätzen beide Marken. Stationäre Apotheken und der Online-Pionier DocMorris bekommen damit stärkere Konkurrenz.

Löwen-Apotheke, Ahorn-Apotheke, Sonnen-Apotheke – solche klangvollen und klassischen Namen sind typisch für stationäre Apotheken in Deutschland. In ihnen schwingen Kraft und Naturverbundenheit mit, gleichzeitig geben sie einer Apotheke eine Identität und Kunden damit die Möglichkeit, eine Beziehung zu ihrer Apotheke aufzubauen.

Im Gegensatz dazu stehen zeitgenössische Versandapotheken, deren Namen eher unpersönlich-technisch klingen: Medpex, Medikamente-per-Klick oder auch Shop-Apotheke. Wie überraschend groß die Identifikation von Verbrauchern mit diesen Marken in Deutschland inzwischen dennoch ist, zeigt der kontinuierliche YouGov-Markenmonitor BrandIndex.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Verbraucher ab 18 Jahren kennen DocMorris – zumindest dem Namen nach. Und immerhin einem Drittel der Deutschen ist mittlerweile Shop-Apotheke ein Begriff. Ein beachtlicher Wert für eine reine Online-Marke in diesem stark von bestehenden Kundenbeziehungen und einem dichten Netz von Filialen geprägten Marktsegment. Zum Vergleich: Linda, ein Verbund von rund 1100 stationären Apotheken, hat es bisher trotz Präsenz an Hauptstraßen und in Fußgängerzonen bundesweit nur auf einen Bekanntheitsgrad von 38 Prozent unserer Befragten gebracht. Nicht nur bei der Bekanntheit kann Shop-Apotheke somit schon gut mit dem stationären Handel mithalten. Auch bei unserer Erhebung aktueller Kundenbeziehungen sind Shop-Apotheke und Linda auf einem vergleichbaren Niveau.

Bestes Image, hohe Zufriedenheit

Doch wenn wir uns ansehen, welches Image die Marken unter ihren jeweils eigenen Kennern haben, sieht die Sache anders aus: Shop-Apotheke wird deutlich positiver gesehen als Linda. Vor allem beim erlebten Preis-Leistungs-Verhältnis sehen Kenner der Marke eine Stärke von Shop-Apotheke. Käufer bezeichnen sich zudem häufiger als zufriedenen Kunden als dies bei den meisten anderen von uns erhobenen Apotheken-Marken der Fall ist.

Shop-Apotheke will diese solide Basis nun nutzen, um als integrierter Player inklusive verschreibungspflichtiger Medikamente weiter zu wachsen. Vor dem Börsengang im vergangenen Jahr hatte sich Shop-Apotheke von der im niederländischen Venlo ansässigen Europa Apotheek abgespalten. Jetzt will sie sie übernehmen. 

Bald auch auf Rezept 

Die Europa Apotheek ist dafür gut aufgestellt – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch hinsichtlich ihrer Wahrnehmung durch Verbraucher. Abgesehen von DocMorris nehmen Deutsche derzeit keine im BrandIndex vertretene Apothekenmarke so stark durch Werbung wahr wie Europa Apotheek. Sie schafft es also erfolgreich, auf sich aufmerksam zu machen. Und unter denjenigen, die die Marke kennen, geben 20 Prozent an, dass auch ein Einkauf bei Europa Apotheek für sie infrage kommt.

Shop-Apotheke wird auf diese Weise seinem selbst gesteckten Ziel einen weiteren Schritt näher kommen, sich europaweit als führender Versandhändler für rezeptfreie sowie rezeptpflichtige Medikamente zu etablieren.  Als Marke wird sich dieser neu entstehende integrierte Player vor allem in Deutschland dem Pionier DocMorris weiter an die Fersen heften, denn gemäß unseren Daten ist DocMorris weiterhin aufgrund größerer Bekanntheit und Kundenbasis weiterhin der dominierende Player in diesem Marktsegment.

So erschienen auf WirtschaftsWoche Online

Bild: dpa

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