Polizei in NRW testet ab Mai Körperkameras

Polizei in NRW testet ab Mai Körperkameras
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In Nordrhein-Westfalen startet ab Mai eine zweijährige Testphase von Körperkameras für Polizisten. 81 Prozent der Deutschen befürworten den Einsatz.

400 Polizisten werden im Mai den Einsatz von Körperkameras testen. In den Städten Köln, Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal und Siegen-Wittgenstein werden den Teams auf Streife jeweils 40 Kameras zu Verfügung gestellt. Dadurch können Handlungen von Polizisten und Bürgern auf Video dokumentieret und falls notwendig zur späteren Auswertung verfügbar gemacht werden. Laut NRW-Innenministerium sollen sie die Sicherheit von Polizisten erhöhen, indem sie Drohungen und Beleidigungen aufzeichnen und deeskalierend wirken.

Für oder gegen den Einsatz von Bodycams

Der Großteil der Deutschen findet diese Aktion gut (81 Prozent). Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage. Nur 6 Prozent lehnen ihn ab. Besonders stark ist der Zuspruch bei den Menschen ab 60 Jahren (91 Prozent). Im Vergleich dazu sind die 18- bis 29-Jährigen häufiger auch gegen den Einsatz, von ihnen befürworten 73 Prozent den Einsatz der kleinen Kameras.

Neben dem Einsatz von Bodycams werden weitere Maßnahmen von den Deutschen gefordert

Immerhin sind sich mehr als drei Viertel (78 Prozent) einig, dass durch den Einsatz von Bodycams die Sicherheit von Polizisten erhöht wird. Aber auch 64 Prozent der Deutschen denken, dass sich gewaltbereite Personen nicht von Körperkameras abschrecken lassen werden.

Aussagen über Bodycams

Neben dem Einsatz von Körperkameras könnten auch andere Maßnahmen dazu beitragen, dass die Sicherheit von Polizisten erhöht wird. So stimmen 88 Prozent der Befragten zu, dass die Zahl der Polizisten aufgestockt werden sollte. 84 Prozent plädieren außerdem dafür, dass Polizisten besser im Umgang mit gewaltbereiten Personen geschult werden sollten.

Datenschützer äußern Bedenken

Doch nicht nur Lob bekommt die Idee des NRW-Innenministeriums. Datenschützer äußern sich kritisch und verweisen auf den Eingriff in die Grundrechte durch die Körperkameras – sowohl für Bürger als auch Polizisten.

Bedenken von Datenschützern

Gut die Hälfte (53 Prozent) sind der Meinung, dass der Einsatz von Bodycams in die Grundrechte eingreift. Jedoch ist für 45 Prozent der Deutschen die Sicherheit der Polizisten wichtiger als die Bedenken um den Datenschutz. 36 Prozent sind nicht der Meinung, dass ein Eingriff in die Grundrechte vorliegt.

Ob letztendlich die positiven oder negativen Auswirkungen von Bodycams überwiegen, wird nach den zwei Testjahren sicher umfassender geklärt sein.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1030 Personen ab 18 Jahren zwischen dem 14. Und 18. April 2017 repräsentativ befragt.

Foto: Arno Burgi / dpa

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