Vorwahlen der französischen Konservativen: Franzosen für Fillon

Vorwahlen der französischen Konservativen: Franzosen für Fillon
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38 Prozent der Franzosen glauben, François Fillon ist der beste Kandidat, um bei den Präsidentschaftswahlen 2017 Marine Le Pen zu schlagen.

Nach der Wahl in den USA starren viele noch gebannt darauf, was auf der anderen Seite des Atlantik passiert. Doch nächstes Jahr wird in Frankreich gewählt. Dort könnte schon bald der nächste Rechtspopulist, genauer gesagt mit Marine Le Pen die nächste Rechtspopulistin, zur Präsidentin gewählt werden. Eine aktuelle Umfrage von YouGov Frankreich in Kooperation mit der Huffington Post zeigt nun, wer sie schlagen könnte.

2002 gelang dem rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich die Sensation: Die Partei wurde bei den Präsidentschaftswahlen zweitstärkste Kraft, ihr Spitzenkandidat Jean-Marie Le Pen kam in die Stichwahl zum Präsidenten. Das gelang seiner Tochter Marine Le Pen 2012 knapp nicht. Sie holte 17,9 Prozent aller Stimmen und lag damit hinter Nicolas Sarkozy (28,6 Prozent) und Francois Hollande (27 Prozent), die anschließend in der Stichwahl gegeneinander antraten. Doch dieses Jahr könnte Marine Le Pen deutlich erfolgreicher sein fürchten die Franzosen.

Die Stärke des Front National

Aktuell liegt der Front National in Umfragen zwischen 25 und 28 Prozent je nach abgefragten potentiellen Gegenkandidaten und würde damit auf jeden Fall in die Stichwahl kommen. Viele Franzosen beschäftigen sich deswegen schon jetzt mit der Frage, wer die FN-Politikerin schlagen könnte. Im Zuge dessen richten sich dieser Tage die Aufmerksamkeit auf die Vorwahl bei den Konservativen, hier könnte angesichts des desolaten Zustands der Sozialistischen Partei die Vorentscheidung gefallen sein.

Bei den Vorwahlen der französischen Konservativen am 20. November bekam überraschend der wirtschaftsliberale Reformkandidat François Fillon die meisten Stimmen. Hinter ihm landete Alain Juppé, Bürgermeister von Bordeaux und eher ein Kandidat der Mitte. Abgeschlagen dahinter Ex-Präsident Sarkozy, der versucht hatte mit rechten Parolen zu punkten. In der zweiten Runde setzte sich François Fillon nun klar durch: Er gewann 67 Prozent der Stimmen. Und die Franzosen sagen Fillon ist der beste Kandidat um den Front National nächstes Jahr zu schlagen.

Wer kann den Front National schlagen?

Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov Frankreich denken 33 Prozent aller Befragten, dass François Fillon der beste Präsident für Frankreich sei. 29 Prozent denken, dass sein Rivale Alain Juppé das beste Oberhaupt der Grande Nation wäre.

Doch bei der Frage, wer der bessere Kandidat ist um Marine Le Pen zu schlagen, sollte die Vorsitzende des rechtsextremen Front National 2017 in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen kommen, ist der Unterschied deutlicher. Francois Fillon Drei von zehn Befragten (30 Prozent) Franzosen sagen das sei Juppe, doch 38 Prozent trauen eher Fillon zu, Le Pen zu schlagen. Bei den Unterstützern der Konservativen denken das sogar 71 Prozent, selbst 42 Prozent der Front National-Wähler selber denken so.

Die Wähler in der Mitte und links davon bevorzugen mehrheitlich Juppé, wie die Umfrage ebenfalls zeigt. Doch diese werden an der Vorwahl vermutlich weniger stark teilnehmen. Die Vorwahlen der französischen Konservativen sind zwar allen Franzosen offen (die in einer Erklärung unterschreiben die Werte der Konservativen zu akzeptieren/teilen), doch schon in der ersten Runde beteiligten sich vor allem Konservative; über 55-Jährige und Wähler aus dem Süden und der Region Paris: Und die neigen eher Fillon zu.

Auf Basis des YouGov Omnibus hat YouGov Frankreich 1001 Personen im Zeitraum vom 21 - 22. November 2016 repräsentativ befragt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Foto: Reynaud Julien/APS-Medias/ABACA/ABACA/PA Images

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