Schule: Große Mehrheit für Noten und „Sitzenbleiben“

Schule: Große Mehrheit für Noten und „Sitzenbleiben“
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Die überwiegende Mehrheit hält es für sinnvoll, wenn Schüler mit nicht-ausreichenden Leistungen ein Schuljahr wiederholen – unabhängig von eigenen „Sitzenbleib“-Erfahrungen.

Mit Nordrhein-Westfalen startet am heutigen Mittwoch schon das sechste und gleichzeitig das bevölkerungsreichste Bundesland in das Schuljahr 2016/17. Die allermeisten Schüler gehen jetzt in die nächsthöhere Klasse: Aus Erst- werden vielerorts Zweitklässler, aus Fünft- werden Sechstklässler und aus Neunt- Zehntklässler. Einige bleiben allerdings Erst-, Fünft- oder Neuntklässler – oder in welcher Jahrgangsstufe auch immer. Denn auch wenn das „Sitzenbleiben“, also das wiederholen einer Klassenstufe immer wieder in der Kritik steht, gibt es die Praxis vielerorts noch.

Die meisten Deutschen halten sie allerdings auch für sinnvoll – und zwar unabhängig von eigenen „Sitzenbleib“-Erfahrungen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagen 81 Prozent der Befragten, es sei „eher“ oder „sehr sinnvoll“, Schüler, die nicht-ausreichende Leistungen zeigen, das Schuljahr wiederholen zu lassen. Lediglich jeder Siebte (14 Prozent) sagt, dies sei nicht sinnvoll.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Befragten in ihrer Schulzeit selbst einmal ein oder mehrere Schuljahre wiederholen mussten. Von den Befragten mit „Sitzenbleib“-Erfahrung sagen mit 84 Prozent fast exakt genauso viele Befragte, dass so etwas sinnvoll sei, wie beim Rest der Bevölkerung.

Viele Experten sind sich übrigens nicht so sicher, wie sinnvoll das Sitzenbleiben ist. Fakt ist aber: Zumindest in NRW ist die Zahl der Wiederholer in der Schule in den vergangenen Jahren drastisch gesunken.

Gleichzeitig wird an manchen Schulen sogar mit noch drastischeren Reformen experimentiert: Der Abschaffung der Schulnoten. Allerdings gilt auch hier: Die überwiegende Mehrheit (75 Prozent) hält die Noten grundsätzlich für sinnvoll. Immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) ist anderer Meinung.

Übrigens macht es bei keiner der beiden Fragen einen Unterschied, ob Kinder unter 18 – solche also, die entweder schulpflichtig sind oder es in wenigen Jahren werden – im Haushalt leben oder nicht. Und auch beim Alter der Befragten lässt sich, wenn überhaupt, nur eine grobe Tendenz erkennen: Während zum Beispiel 87 Prozent der Über-60-Jährigen das „Sitzenbleiben“ für sinnvoll halten, sind es mit 71 Prozent deutlich weniger Unter-30-Jährige. Allerdings machen auch die in ihrer Altersklasse eine deutliche Mehrheit aus – zumal der Anteil der „Weiß nicht“-Antworten hier besonders hoch (10 Prozent) ist.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1024 Personen im Zeitraum vom 19. bis 23. Juli 2016 repräsentativ befragt.

Foto: dpa

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