TV-Duelle: Mehrheit schaut nicht zu

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Vor allem junge Menschen werden von den TV-Debatten vor Wahlen kaum noch erreicht. Und nur jeder Zehnte hält das letzte Wahlergebnis für ein wichtigstes Kriterium, wer eingeladen werden sollte.

In insgesamt drei Bundesländern wird Mitte März ein neuer Landtag gewählt. Doch derzeit schafft es der Wahlkampf in einem der drei Länder auch bundesweit in die Schlagzeilen. Denn die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte sich geweigert, gemeinsam mit der AfD an einer SWR-„Elefantenrunde“ teilzunehmen, woraufhin deren Spitzenkandidat ausgeladen wurde. Das wiederum führte zu einer Absage der CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner – und zur Kritik an der Einflussnahme.

Dabei interessiert sich ohnehin nur eine Minderheit der Deutschen für solche TV-Duelle und –Debatten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagen 53 Prozent der Befragten, dass sie sich solche Sendungen nicht anschauen. Immerhin ein Viertel (23 Prozent) schaltet zumindest ein, wenn es um das eigene Bundesland geht, 17 Prozent auch darüber hinaus.

Auffällig ist dabei: Vor allem junge Menschen werden kaum erreicht. Von den 18- bis 24-Jährigen geben zwei Drittel an, sich solche TV-Duelle nicht anzuschauen, während dies von den Über-55-Jährigen lediglich 45 Prozent sagen.

Dass solche Debatten von der Bevölkerung nicht besonders wichtig genommen werden, zeigen auch noch andere Zahlen: Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) kann oder will auf die Frage, ob Julia Klöckners Absage die richtige Entscheidung war, keine Antwort geben – ähnlich viele halten die Entscheidung für richtig (36 Prozent) bzw. falsch (33 Prozent). Und im Sendegebiet des SWR (Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) sieht es nicht anders aus, auch hier sagen bei der Frage 34 Prozent der Befragten „weiß nicht“.

Aber wonach sollten die Teilnehmer bei einer solchen Debatte ausgewählt werden? Die Ausladung der AfD war unter anderem damit begründet worden, dass nur die drei im rheinland-pfälzischen Landtag vertretenen Parteien dabei sein sollten. Doch nur 9 Prozent der Befragten finden, dass dies das wichtigste Kriterium sein sollte. Deutlich mehr halten journalistische Geschichtspunkte (19 Prozent) und aktuelle Umfragewerte (36 Prozent) für ausschlaggebender.

Im Streit um die „Elefantenrunde“ wurde derweil eine Lösung gefunden. Statt Ministerpräsidentin Dreyer soll nun SPD-Landeschef Roger Lewentz teilnehmen – und die AfD als eine von insgesamt sechs Parteien.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1338 Personen im Zeitraum vom 22. bis 26. Januar 2016 repräsentativ befragt.

Foto: dpa

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