Nach Köln: Vor allem Frauen halten Flüchtlingszahlen für zu hoch

Nach Köln: Vor allem Frauen halten Flüchtlingszahlen für zu hoch
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Immer weniger Deutsche glauben, dass Deutschland noch Flüchtlinge aufnehmen kann. Vor allem Frauen halten die Zahl der Asylsuchenden schon jetzt zu hoch.

Was in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sowie in mehreren anderen deutschen Städten passiert ist, beschäftigt die Menschen nicht nur in Deutschland. Wie hierzulande Teile von CDU und CSU, die AfD und die extreme Rechte, machen auch viele internationale Kommentatoren und Politiker Angela Merkels Flüchtlingspolitik für die Gewalt gegen Frauen verantwortlich. Schließlich stammen die meisten der Täter nach bisherigen Erkenntnissen aus Nordafrika und dem arabischen Raum, und einige von ihnen waren wohl Flüchtlinge.

In der deutschen Bevölkerung scheinen vor allem Frauen eine Verbindung zwischen der Silvesternacht und der Flüchtlingspolitik zu ziehen. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung. Demnach hat sich in der Frage, ob Deutschland noch mehr Asylsuchende aufnehmen kann, bei den Männern wenig getan. Wie im November sind auch jetzt 22 Prozent der Männer der Meinung, dass Deutschland noch mehr Asylsuchende aufnehmen könnte. 60 Prozent finden, dass deren Zahl schon zu hoch sei (November: 55 Prozent).

Deutlich größer ist hingegen die Veränderung bei den Frauen. Nur noch 14 Prozent der weiblichen Befragten sagen, dass Deutschland noch mehr Asylsuchende aufnehmen könnte. Mitte November hatten das noch 19 Prozent der Frauen gesagt.

Insgesamt ist die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung auf einen vorläufigen Tiefpunkt gefallen. Jeder Sechste sagt, Deutschland könne noch mehr aufnehmen, 62 Prozent halten die Zahlen schon jetzt für zu hoch. Allerdings: Insbesondere im Oktober hatten die Zahlen schon einmal ähnlich ausgesehen (19 bzw. 55 Prozent).

"Schaffen wir das?"

Derweil ist auch bei der Frage, ob Angela Merkel mit ihrem Ausspruch „Wir schaffen das“ Recht behält, die Zustimmung auf einen Tiefstwert gesunken. 29 Prozent stimmen dem Satz zu, zwei von drei Befragten sind anderer Meinung. Allerdings waren auch hier vor allem im Oktober die Werte auf einem ähnlichen Niveau. Auch damals hatten schon etwa zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) der Bundeskanzlerin widersprochen. 32 Prozent hatten seinerzeit dem Satz zugestimmt.

Auch bei der Frage zeigen sich übrigens Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während von ersteren immerhin 33 Prozent dem „Wir schaffen das“ zustimmen, tut dies aus letzterer Gruppe lediglich jede vierte Befragte (25 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden im Auftrag der Bild-Zeitung in Deutschland 1161 Personen im Zeitraum vom 8. bis 11. Januar 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Flip Franssen/Demotix/Press Association Images

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