Einstellung der Franzosen zur Einwanderung unverändert

Einstellung der Franzosen zur Einwanderung unverändert
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Die Einstellung der Franzosen zur Aufnahme von Flüchtlingen und anderen Migranten hat sich nach den Terroranschlägen von Paris kaum geändert.

Seit den Anschlägen von Paris mit weit über 100 Toten hat sich in der Flüchtlingspolitik mancherorts in Europa und in den USA der Ton noch einmal verschärft. Als Beweisstück wird dabei immer wieder ein mutmaßlich gefälschter Pass angeführt, der in der Nähe eines der Tatorte vom 13. November gefunden wurde, und dessen syrischer Besitzer im Oktober als Flüchtling in Griechenland registriert wurde.

Fest steht bislang allerdings nur, dass mindestens ein Großteil der Terroristen europäische Staatsangehörige waren. Und doch haben sich, wie eine YouGov-Umfrage in Großbritannien kurz nach den Anschlägen zeigte, die Einstellungen zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge zumindest auf der Insel deutlich verändert.

In Frankreich allerdings (wie übrigens auch in Deutschland) hat sich die Einstellung der Bevölkerung nur wenig verändert. Zwar ergab eine aktuelle Umfrage von YouGov Frankreich eine kleine Veränderung zwischen September, als 45 Prozent der Befragten die Aufnahme von mehr politischen Flüchtlingen befürworteten und 39 ablehnten, und November (40 bzw. 43 Prozent). Doch diese ist deutlich kleiner als etwa in Großbritannien.

Auffällig ist dabei auch, dass Flüchtlinge nach wie vor die größten Sympathien aller Migranten-Gruppen genießen – deutlich vor qualifizierten Wirtschaftsmigranten, trotz der potentiellen ökonomischen Vorteile durch diese.

Im Krieg?

Am Montag nach den Anschlägen sprach der französische Präsident François Hollande in einer seiner seltenen Reden vor beiden Kammern des französischen Parlamentes erstmals davon, dass Frankreich im Krieg sei.

Die große Mehrheit der französischen Bevölkerung sieht das genauso: 71 Prozent der Befragten stimmen zu, dass „Krieg“ die richtige Bezeichnung sei für die aktuelle Situation, 23 Prozent widersprechen. Jüngere Leute scheuen dabei den Begriff „Krieg“ etwas mehr: Von den 18- bis 24-Jährigen würden ihn nur 61 Prozent verwenden, von den Über-55-Jährigen hingegen 78 Prozent.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 20. und 23 November 1003 französische Erwachsene über 18 Jahren befragt.

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