Ägypten und Tunesien als besonders gefährlich angesehen

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Eine YouGov-Umfrage in sieben europäischen Ländern zeigt die Sorge vor Reisen in die Türkei und nach Nordafrika.

Während der Urlaubszeit in Deutschland und anderen europäischen Ländern haben islamistische Terroranschläge in Tunesien und der Türkei auch bei Touristen aus Nordeuropa für Angst gesorgt. So warnt das Auswärtige Amt zum Beispiel ausdrücklich vor Reisen in bestimmte ägyptische Regionen. Und auch in der Türkei müsse „grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden“.

Im Rahmen des aktuellen YouGov Eurotrack wurden nun Menschen in sieben europäischen Ländern gebeten, die Sicherheit einiger Länder einzuschätzen. Erwachsene in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden und Norwegen wurden dabei gebeten, eine Skala von eins (sicher) bis fünf (gefährlich) zu nutzen.

Insgesamt wird von allen untersuchten Ländern Tunesien als das gefährlichste angesehen – es erreicht eine Durchschnittsnote von 3,7. Fast gleichauf liegt Ägypten mit einer Durchschnittswertung von 3,6. Das Land, das seit dem Sturz von Hosni Mubarak 2011 nicht zur Ruhe kommt, verbindet mit dem Nahen Osten und Nordafrika zwei Regionen, die als besonders gefährlich wahrgenommen werden.

Marokko wird vom Auswärtigen Amt als „ein vergleichsweise politisch stabiles Land mit guter touristischer und sicherheitspolitischer Infrastruktur“ bezeichnet – auch wenn es insbesondere aufgrund der Nachbarländer Algerien und Mauretanien, aber auch der regionalen Nähe zu Mali und Tunesien, durchaus nicht ungefährlich sei. Das sehen auch die Befragten in den sieben am YouGov Eurotrack teilnehmenden Ländern ähnlich. Mit einem Durchschnittswert von 3,1 wird das Land von ihnen als etwas gefährlicher wahrgenommen als die Türkei – obwohl in dem Land der bewaffnete Konflikt zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Regierung in Ankara wieder aufflammt und die Frontlinie im Kampf gegen den selbsternannten Islamischen Staat in Syrien nicht weit von der Grenze entfernt ist.

Als sicher gelten vor allem europäische Reiseziele, wobei allerdings auch Dubai (2,3) als relativ ungefährlich wahrgenommen wird – fast so sehr wie Griechenland (2,0).

Innerhalb Italiens und Spaniens konnten einzelne Regionen einzeln bewertet werden. Doch während Nord- und Südspanien als gleich sicher (1,4) bewertet werden, gibt es in Italien Unterschiede zwischen dem Festland (1,3) und Sizilien (1,8). Dies dürfte vor allem an der Nähe zu Nordafrika, aber auch an der Macht der Mafia dort liegen.

Grundsätzlich sind sich die Menschen in den sieben befragten Ländern einig, in welche Länder man angstlos reisen kann und in welche nicht. Allerdings liegt die Durchschnittswertung der Dänen bei 1,8, während sie bei den Briten mit 2,3 wesentlich höher liegt.

Für den aktuellen YouGov Eurotracker wurden insgesamt 7389 Personen vom 23. bis 29. Juli 2015 repräsentativ befragt: 1708 Briten, 1012 Deutsche, 1077 Franzosen, 1010 Dänen, 1009 Schweden, 999 Finnen and 574 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Fotos: PA Wire/Press Association Images

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